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Seuchengefahr : Stadt Hagen warnt vor Keimen im Hochwasser-Schlamm

  • Aktualisiert am

Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks helfen bei Aufräumarbeiten nach der Unwetterkatastrophe in einer verschlammten Straße. Bild: dpa

Helfer sollen vor Kontakt mit Lebensmitteln und vor dem Rauchen die Hände desinfizieren, rät die Stadt. Derweil dringt das Rote Kreuz auf mehr staatliche Unterstützung: Die Erstversorgung stoße an einigen Orten an Kapazitätsgrenzen.

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          Beim Aufräumen der Hochwasser-Schäden sollten Helfer unbedingt wasserabweisende Schutzkleidung und Handschuhe tragen. Der zurückgebliebene Schlamm sei häufig mit Krankheitserregern verseucht, teilte das vom Hochwasser betroffene Hagen am Freitag mit. In der nordrhein-westfälischen Stadt seien bereits Magen-Darm-Erkrankungen und Wundinfektionen im Zusammenhang mit den Reinigungsarbeiten aufgetreten.

          Vor dem Kontakt mit Lebensmitteln und vor dem Rauchen sollten die Hände gründlich gewaschen werden, riet die Stadt. Lebensmittel, die in Kontakt mit dem Schlammwasser gekommen sind, dürften nicht mehr verzehrt werden. Das gelte auch für im Garten angebautes Gemüse, das überschwemmt war. Kleinere Verletzungen müssten desinfiziert werden, bei größeren und tieferen Wunden solle man einen Arzt aufsuchen. Helfer sollten ihren Tetanus-Schutz überprüfen und gegebenenfalls auffrischen. In sozialen Netzwerken warnen Helfer immer wieder vor einer Seuchengefahr durch stehendes Wasser.

          Derweil hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) einen massiven Ausbau der nationalen Materialreserven für Einsätze in zerstörten Krisengebieten gefordert. Die Unterbringung und Erstversorgung der aus dem Flutgebiet in Sicherheit gebrachten Menschen sei an einigen Orten an Kapazitätsgrenzen gestoßen, sagte DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt am Freitag bei einem Besuch im Hochwassergebiet im nordrhein-westfälischen Euskirchen. Deutschland brauche einen größeren Vorrat an Notstromaggregaten, Wasseraufbereitungsanlagen, Zelten, Betten sowie Decken zur schnellen Versorgung und Unterbringung vieler Menschen. Die Bundesregierung habe im vergangenen Jahr den Aufbau von zwei Zentrallagern bewilligt. Diese seien aktuell hilfreich. „Wir brauchen davon aber zehn“, fügte Hasselfeldt an.

          Extreme Regenfälle hatten an Flussläufen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen verheerende Überflutungen ausgelöst und viele Gemeinden mit ihrer Infrastruktur zerstört. Seit vergangener Woche sind tausende Helfer von Rettungs- und Hilfsorganisationen sowie Behörden im Einsatz, um die Menschen zu versorgen. Das Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk (THW) betreiben unter anderem Aufbereitungsanlagen für Trinkwasser und bauen eine improvisierte Notstromversorgung auf.

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