https://www.faz.net/-gum-ae7wq

Lage bleibt „erschreckend“ : Ärzteverband warnt vor Seuchengefahr in Flutgebieten

  • Aktualisiert am

Massive Zerstörung: Häuser im rheinland-pfälzischen Mayschoß Bild: dpa

Die Flutkatastrophe Mitte Juli kostete viele Menschen das Leben. Zwei Wochen danach mahnen Amtsärzte: Die Gesundheit der Bevölkerung sei massiv bedroht. Die Bundespolizei warnt vor Reichsbürgern, die Hilfsarbeiten behindern.

          1 Min.

          Zwei Wochen nach den verheerenden Fluten in Rheinland-Pfalz haben Amtsärzte erhebliche Mängel in der medizinischen Grundversorgung in den Hochwassergebieten kritisiert. Die Situation sei „nach wie vor erschreckend“ und in den betroffenen Regionen herrsche Seuchengefahr, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

          Die Gesundheit der Bevölkerung in den Katastrophengebieten sei „massiv bedroht, weil die Infrastruktur nicht funktioniert“. Unter anderem seien in einigen Orten Krankenhäuser und Praxen zerstört worden. Teichert, die bis 2012 das Gesundheitsamt im flutbetroffenen Landkreis Ahrweiler leitete, erklärte, dass viele Menschen ohne dringend benötigte Medikamente auskommen müssten. Das sei besonders für Menschen mit Krankheiten wie Diabetes oder Herzleiden ein großes Problem, hieß es in dem Zeitungsbericht. Nun sei es wichtig, mobile Arzteinheiten zu organisieren und in die Orte zu bringen.

          „Reichsbürger in polizeiähnlicher Uniform“

          Das Hochwasser vom 14. Juli hatte das Ahrtal besonders schlimm getroffen. Zuletzt wurden 134 Tote gezählt. Als vermisst galten 73 Menschen. Die Zahl der Verletzten nach dem Starkregen und den dadurch ausgelösten Sturzfluten war zuletzt mit 766 angegeben worden.

          Unterdessen hat die Bundespolizei der Regierung einen alarmierenden Bericht zur Lage in den Hochwassergebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz übermittelt. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung vom Donnerstag wird darin die „Versorgung der Bevölkerung insgesamt als problematisch“ bewertet. Viele Betroffene seien „stark traumatisiert“ und „die Akzeptanz gegenüber den Einsatzkräften sinkt stetig“. In Rheinland-Pfalz behindern dem Bericht zufolge, aus dem Bild-Zeitung zitiert, „Reichsbürger in polizeiähnlicher Uniform“ die Hilfsarbeiten. Die Leute versuchten demnach „Einsatzkräften Platzverweise zu erteilen“ – und so die Aufräumarbeiten zu behindern.

          Zuvor hatte es bereits Berichte gegeben, wonach in den Katastrophengebieten Helferinnen und Helfer beschimpft oder mit Müll beworfen wurden, unter anderem von sogenannten „Querdenkern“. Entsetzt äußerte sich der CSU-Innenexperte Michael Kuffer (CSU). „Den Schilderungen zufolge sind diese Leute so durchgeknallt, dass sie keinerlei Grenzen mehr kennen“, sagte er der Bild-Zeitung. Kuffer forderte ein entschlossenes Einschreiten der Justiz.

          Topmeldungen

          Der Betrieb hält sich in Grenzen: ein Blick ins fast leere Impfzentrum Sachsen (Dresden)

          Geringe Quoten im Osten : Impfen? Nicht mit mir!

          In Ostdeutschland sind die Corona-Impfquoten auffallend niedrig. Was ist der Grund dafür? Ein Soziologe sieht den Widerstand gegen die Spritze als Teil der grundlegenden Protesthaltung gegenüber der Regierung.
           Um dem sogenannten Ebergeruch vorzubeugen, werden männliche Ferkel  kastriert – bis Ende 2020 durfte die qualvolle Prozedur ohne Betäubung durchgeführt werden.

          Landwirtschaft : Wir brauchen eine Fleischwende

          Wir reden davon, den Klimawandel zu bekämpfen, schweigen uns aber über Nutztierhaltung und Fleischproduktion aus. Dabei gehört beides zusammen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.