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Schweres Nachbeben in Japan : Evakuierungszone auf 30 Kilometer ausgeweitet

  • Aktualisiert am

Bei Messungen außerhalb der Evakuierungszone, wie hier auf einem Spielplatz, wurden gefährliche Werte gestgestellt Bild: dapd

Die japanische Regierung weitet die Evakuierungszone rund um die Atomruine Fukushima nach wochenlangem Zögern nun doch aus. Am Montag gab es ein neuerliches Nachbeben der Stärke 7,1.

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          Die japanische Regierung weitet die Evakuierungszone rund um die Atomruine Fukushima auf 30 Kilometer aus. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Montag unter Berufung auf den Regierungssprecher Yukio Edano. Bislang galt die Sperrzone nur für einen 20-Kilometer Radius um das Atomkraftwerk.

          Kurz nachdem die Ausweitung bekannt wurde, hat ein weiteres Nachbeben der Stärke 7,1 den Nordosten Japans erschüttert. Das Epizentrum befand sich im Süden der Präfektur Fukushima nahe des havarierten Atomkraftwerks, das aufgrund des Bebens evakuiert wurde. Die Stromversorgung an der Atomruine von Fukushima wurde kurzzeitig unterbrochen. Wie der Betreiber Tepco mitteilte, fiel der Strom für die Pumpen zum Kühlen der Reaktoren 1, 2 und 3 für eine kurze Zeit aus. Mittlerweile laufen die Pumpen wieder.

          Auch der Ort Iitate soll nun geräumt werden

          Die Behörden gaben eine Tsunami-Warnung aus. Es wurden bereits kurz nach der Erschütterung Flutwellen von einem halben Meter in der Provinz Ibaraki gemessen. Auch in der Hauptstadt Tokio gerieten Häuser stark ins Schwanken.

          Bisher ging hier alles seinen gewohnten Gang - nun soll auch Iitate evakuiert werden.

          Nach Ansicht internationaler Beobachter kommt die Ausweitung sehr spät. Wegen der hohen Strahlenwerte im 40 Kilometer von Fukushima entfernten Ort Iitate hatte die IAEA schon Ende März geraten, die 7000-Einwohner-Stadt zu räumen. „Eine erste Beurteilung deutet darauf hin, dass eine der IAEA-Kriterien für die Evakuierung überschritten wurde“, hatte IAEA-Experte Denis Flory damals gesagt. Greenpeace hatte ebenfalls dringend eine Ausweitung der Evakuierungszone rund um Fukushima von 20 auf 40 Kilometer verlangt. Nun werden einige Gemeinden in einem Radius zwischen 20 und 30 Kilometern um Fukushima Eins als zusätzliche Evakuierungszonen ausgewiesen, erklärte Edano nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo. Geräumt werden sollen unter anderem die Orte Katsurao, Namie und Iitate. Den Bewohnern in diesem Gebiet war bisher empfohlen worden, in ihren Wohnungen zu bleiben. Nach Kyodo-Angaben sollen die betroffenen Bewohner innerhalb eines Monats in andere Regionen gebracht werden.

          Extrem hohe Werte auf einem Spielplatz gefunden

          Das Risiko weiterer massiver Strahlenlecks ist nach Einschätzung der japanischen Regierung nun allerdings geringer als zu Beginn der Katastrophe vor einem Monat. „Das Risiko, dass die sich die Situation verschlechtern wird und dass es neue massive Ausstöße radioaktiver Substanzen geben wird, wird deutlich geringer“, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Montag.

          Der japanische Botschafter in Berlin, Takahiro Shinyo,sieht sein Land derweil vor gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen. „Wir müssen darüber nachdenken, was der beste Mix von Energiequellen ist“, sagte Shinyo auf einer Pressekonferenz. Dabei ginge es auch um die Nutzung erneuerbarer Energien.

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