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In der Nähe von San Francisco : Über 100 Verletzte bei Erdbeben in Kalifornien

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Das Haus der 83 Jahre alten Nola Rawlins wurde von einem Feuer zerstört, das nach dem Erdbeben ausbrach. Bild: dpa

Mehr als 100 Menschen sind bei dem Erdbeben in Nordkalifornien verletzt worden, drei befinden sich Lebensgefahr. Für die Region wurde der Notstand ausgerufen. Der Schaden könnte mehr als eine Milliarde Dollar betragen.

          Ein heftiges Erdbeben erschütterte an diesem Sonntag die Region nördlich der kalifornischen Metropole San Francisco. Die Angaben über die Stärke der Erschütterungen am Sonntag variierten zwischen 6,0 und 6,1. Wie die amerikanische Erdbebenwarte berichtete, lag das Epizentrum des Bebens sechs Kilometer südwestlich des Weingebietes Napa, etwa 75 Kilometer von San Francisco und mehr als 80 Kilometer von Sacramento entfernt.

          Der Sender CNN und die „Los Angeles Times“ sprachen vom schlimmsten Erdbeben in der Region seit dem Loma-Prieta-Beben nahe San Francisco 1989 mit einer Stärke von 6,9. Damals waren 63 Menschen ums Leben gekommen und schwere Schäden entstanden.

          Mehr als 100 Menschen sind nach jüngsten Behördenangaben verletzt worden. Drei von ihnen befänden sich in einem kritischem Zustand, teilten Vertreter der Stadt Napa auf einer Pressekonferenz mit. Demnach zählt zu den lebensgefährlichen Verletzten ein Kind, das mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik gebracht wurde. Die übrigen Patienten hätten bei dem Beben am Sonntagmorgen (Ortszeit) zumeist Schnittwunden oder Prellungen erlitten. Laut der amerikanischen Behörde für Geologie könnte der Schaden rund eine Milliarde Dollar betragen.

          Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, rief dem Sender CNN zufolge für die Region Napa den Notstand aus.  Damit kann rasch Hilfe aus Washington in die betroffenen Gebiete fließen.

          In einer Wohnsiedlung in Napa brach nach dem Beben Feuer aus Bilderstrecke

          Einwohner in und um Napa posteten in den sozialen Medien Bilder aus ihren Wohnungen. Zu sehen sind Fußböden, die von Glas und anderen zerbrochenen Gegenständen übersät waren. Die „Los Angeles Times“ berichtete von herunter gerissenen Stromleitungen. Mehr als 42.000 Haushalte in Napa und benachbarten Bezirken sollen danach von der Stromversorgung abgeschnitten sein.

          Das Beben bei Napa, ein beliebtes Touristenziel mit romantischen Weinbergen, ereignete sich um 3.20 Uhr am Sonntagmorgen. Der „Los Angeles Times“ zufolge waren die Erschütterungen bis Santa Cruz zu spüren, etwa 120 Kilometer südlich von San Francisco. Menschen beschrieben die Erdbewegung als rollend. „Es war wie eine Achterbahn“, schilderte eine Augenzeugin im Sender CNN. Es habe „bis zu 30 Sekunden“ gedauert. „Ich dachte, es hört nicht auf.“

          Ein anderer Einwohner in Napa sagte: „Ich dachte, das ist der Big One“. Der Großraum San Francisco liegt am San-Andreas-Graben. Experten warnen seit Jahren, dass die Region von einem verheerenden Erdbeben getroffen werden könnte. Dem „San Francisco Chronicle“ zufolge geschah das Beben am Sonntag aber am North-Bay-Graben, der lange Zeit inaktiv gewesen sei.

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