https://www.faz.net/-gum-78fqs

Schweres Erdbeben in Iran : Zahl der pakistanischen Toten steigt

  • Aktualisiert am

Das Beben auf einer Karte der amerikanischen Erdbebenwarte Bild: dpa

Ein heftiges Erdbeben der Stärke 7,7 hat den Südosten Irans und das benachbarte Pakistan erschüttert. Sogar im indischen Delhi wackelten Häuser. Über die Zahl möglicher Todesopfer gibt es widersprüchliche Angaben.

          Bei einem schweren Erdbeben  im iranischen Grenzgebiet sind im benachbarten Pakistan 34 Menschen  ums Leben gekommen. Das teilten die pakistanischen Behörden am  Dienstag mit. Das Beben der Stärke von mindestens 7,7 war in  zahlreichen Ländern der Region zu spüren.

          In der an den Iran grenzenden pakistanischen Provinz Baluchistan  wurden zahlreiche Opfer von den Trümmern ihrer eingestürzten Häuser erschlagen. 80 Menschen wurden nach Angaben eines örtlichen Regierungsvertreters verletzt. Laut pakistanischem Staatsfernsehen stürzten allein in dem Grenzort Mashkail mehr als tausend Lehmhäuser in sich zusammen.

          Einem Krankenhausvertreter zufolge wurden hunderte Häuser in umliegenden Dörfern beschädigt. Zwei Militärhubschrauber mit Ärzten an Bord wurden in die Unglücksregion entsandt, Paramilitärs sollten sich an den Rettungsmaßnahmen  beteiligen.

          Der Erdstoß erschütterte eine ländliche Region etwa 80 Kilometer nördlich der südostiranischen Stadt Saravan. Dort wurden zunächst dutzende Verletzte gemeldet. Nach Angaben des iranischen Erdbebeninstituts hatte das Beben in der Provinz  Sistan-Belutschistan eine Stärke von 7,7, das amerikanische Institut USGS gab die Stärke mit 7,8 an. Der iranische Seismologe Mehdi Sareh sprach  vom „schwersten Beben seit 1957“. Laut einem Vertreter des  iranischen Krisenzentrums wurden in den beiden größten Städten der  Umgebung, Saravan und Chasch, nur wenige Schäden festgestellt. Der  Präfekt von Saravan sprach von 27 Verletzten.

          Öffnen

          Schlimmer traf es die ländliche Region in der 1300 Kilometer von Teheran entfernten Gegend. Mehr als 20 Dörfer hätten schwere Schäden  erlitten, zitierte die Nachrichtenagentur Fars das  Gesundheitsministerium. Der iranische Rote Halbmond entsandte 20  Rettungsmannschaften. Für die Region wurde der Notstand erklärt.

          Das Beben war bis in die benachbarten Golf-Monarchien, in  Nordindien sowie bis Islamabad, der Hauptstadt Pakistans, zu  spüren. In der südpakistanischen Metropole Karachi schwankten  Gebäude so heftig, dass viele Menschen in Panik auf die Straße  liefen. Zahlreiche Bürogebäude und Wohnhäuser in den Vereinigten  Arabischen Emiraten wurden vorsorglich evakuiert.

          Atomkraftwerk angeblich nicht beschädigt

          Vor einer Woche hatte ein Beben der Stärke 6,3 den Süden des Irans  erschüttert, knapp 40 Menschen wurden getötet. Das Zentrum lag in der Nähe des einzigen iranischen Atomkraftwerks Buschehr; es wurde nach iranischen Angaben jedoch nicht beschädigt.

          Auch Pakistan wird regelmäßig von schweren Erdbeben getroffen. Im  Oktober 2005 starben bei einem Beben der Stärke 7,6 mehr als 73.000  Menschen. Rund 3,5 Millionen Menschen wurden obdachlos.

          Topmeldungen

          Iran-Konflikt : Amerika schickt weitere Soldaten in den Nahen Osten

          Die Spannungen zwischen Iran und Amerika nehmen zu. Zwar betont man in Washington, man suche nicht die Konfrontation mit Teheran – dennoch verstärkt Amerika seine Truppen im Nahen Osten. Eine Ankündigung des Irans verschärft die Lage weiter.
          Ehemaliger Lebensmittelladen in Loitz: Der Solidaritätszuschlag dient in erster Linie zur Finanzierung der Kosten, die die deutsche Wiedervereinigung verursacht hat. (Archiv)

          Wortbruch der Union : Soli-Schmerzen

          Dass ein Teil des Soli bleibt, dürfte für die Betroffenen finanziell zu verschmerzen sein. Nicht aber der Wortbruch der Union – und das bittere Gefühl, dass ihr Sondereinsatz für das Land nicht einmal wertgeschätzt wird.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.