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Schwefelsäure ausgelaufen : Giftwolke über Oberhausen

Nach einem Zwischenfall in einem Chemiebetrieb in Oberhausen stehen Autos auf der Autobahn 42 im Stau. Bild: dpa

Bei einem Unfall in einem Chemiebetrieb im Ruhrgebiet sind wohl gefährliche Stoffe ausgetreten. Anwohner sollten in ihren Wohnungen bleiben und die Fenster geschlossen halten. Hunderte Menschen klagten über Atemwegsbeschwerden.

          Bei einem Unfall in einem Chemiebetrieb in Oberhausen ist am Donnerstagmorgen eine große Säurewolke entstanden. Fünf Personen wurden verletzt, 110 Anwohner und 400 Mitarbeiter des Unternehmens klagten über Atemwegsbeschwerden. Das Gebiet um den Betrieb wurde großräumig abgesperrt, Anwohner wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen und Fenster und Türen geschlossen zu halten. In den umliegenden Stadtteilen wurde der öffentliche Nahverkehr eingestellt, auf dem Rhein-Herne-Kanal der Schiffsverkehr.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Betroffen von der weiträumigen Sperrung war auch ein Teilstück der A42 und ein Teilstück der Bahnlinie Düsseldorf–Wesel. Die Hamm Chemie GmbH gab als Ursache für den Unfall menschliches Versagen an. Mitarbeiter hätten versehentlich Salzsäure von einem Schiff in einen Tank mit Schwefelsäure eingeleitet. Durch die Reaktion platzte dann der rund 3000 Tonnen fassende Tank, der mit ungefähr 300 bis 400 Tonnen Schwefelsäure gefüllt war. Der Betriebsleiter bat die Oberhausener um Entschuldigung und versuchte das Versehen seiner Mitarbeiter mit einem Vergleich zu erläutern: „Ich sage Ihnen wie das ist: Sie müssen Super tanken und tanken Diesel.“ Die Feuerwehr setzte Wasserwerfer ein, das Säuregemisch zu verdünnen.

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