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Schneefall und Tauwetter : Lage in Bayerns Katastrophengebieten verschärft sich

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Neuschnee verschärft die Lage in den sowieso schon völlig verschneiten Regionen Bayerns. Und bei Tauwetter wird der Schnee noch schwerer. Im Allgäu sitzen etwa 2000 Menschen wegen Lawinengefahr fest.

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          Das seit Tagen andauernde Schneechaos in den bayerischen Alpen ist noch lange nicht vorbei. Seit der Nacht zum Sonntag schneite es in den Katastrophenregionen im Süden des Freistaates weiter. Im Allgäu ist die Zufahrt zur Gemeinde Balderschwang wegen Lawinengefahr gesperrt. Bei Plusgraden begann es zudem mancherorts zu tauen. Dadurch könnte der Schnee nass und schwer werden - eine zusätzliche Belastung für die Hausdächer. Nach dem Besuch von Markus Söder (CSU) am Samstag in Bad Tölz wollte sich am Sonntag Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Berchtesgaden ein Bild der Lage machen. An zahlreichen Schulen in den betroffenen Gebieten wird auch am Montag der Unterricht ausfallen.

          25 Zentimeter Neuschnee in Teisendorf, 30 Zentimeter in Ruhpolding und 21 Zentimeter in Garmisch verzeichnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Morgen. Die Menschen in den fünf oberbayerischen Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Traunstein, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Berchtesgadener Land – wo seit Tagen der Katastrophenfall gilt – mussten demnach mit zusätzlichen Schneemassen zurechtkommen. Am Montagmorgen soll die Schneefallgrenze von zuletzt 600 bis 800 Metern auf 500 Meter sinken.

          Die Experten rechneten zudem mit starken Böen, die tagsüber Verwehungen und Schneebruch auslösen könnten. Von Montag an soll es wieder kälter werden - dann könnte örtlich mehr als ein Meter Neuschnee fallen. In den Alpen herrscht erhebliche Lawinengefahr.

          1700 Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 waren am Sonntag im Freistaat nach Bundeswehrangaben im Schnee-Einsatz. Zusätzlich halfen Soldaten des IT-Bataillons 293, der Streitkräftebasis, des Sanitätsdienstes und der Luftwaffe. Mehrere Tausend Helfer von Feuerwehren, Bayerischem Roten Kreuz, Bereitschaftspolizei und weiterer Organisationen schaufeln seit Tagen Dächer frei, räumen Straßen und sichern Bäume.

          Bahnverkehr ist erheblich eingeschränkt

          Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Samstag angekündigt, 500 weitere Bereitschaftspolizisten in die betroffenen Gebiete zu schicken. „Es gibt keinen Anlass zur Panik, aber schon zu ernster Besorgnis“, hatte Söder bei einem Besuch in Bad Tölz gesagt. Insgesamt sind seinen Angaben nach dann 5000 Kräfte im Einsatz.

          Im Kreis Berchtesgadener Land seien von rund 900 gemeldeten Dächern bis zum Sonntagmittag 360 freigeschaufelt worden, teilte ein Sprecher des Landratsamtes mit. An weiteren 75 Gebäuden werde gearbeitet, darunter das Kreiskrankenhaus Berchtesgaden.

          Die Polizei in Niederbayern hat die Straßen zum Ski- und Langlaufgebiet in Sankt Englmar gesperrt. Die Schneelast auf den Bäumen sei zu hoch, teilte die Behörde mit. Im Skigebiet am Arber im Bayerischen Wald wurde der Liftbetrieb ebenfalls eingestellt und im Nationalpark Bayerischer Wald sind die Nationalparkzentren Lusen und Falkenstein samt Tierfreigelände bis Dienstag gesperrt.

          Der Bahnverkehr ist erheblich eingeschränkt. Zwischen Kempten und Lindau sperrte die Bahn die Strecke komplett. „Räumversuche mit Schneefräse und Schneepflug sind gescheitert“, teilte die Bahn mit. Ein Ersatzverkehr ist wegen starken Schneefalls nicht möglich. Auf der Hauptstrecke zwischen München und Kempten kommt es den Angaben zufolge im Fern- und Nahverkehr zu erheblichen Verspätungen. „Von Reisen ins Allgäu wird abgeraten.“

          In Kempten sperrte die Stadt am Samstagabend wegen der Schneelast vorsorglich elf Sporthallen. Diese sollen bis einschließlich Dienstag geschlossen bleiben, weil durch die angekündigten Niederschläge mit noch höherem Gewicht auf den Dächern zu rechnen sei, teilte ein Sprecher der Stadt am Samstag mit.

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