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Schnee in den Alpen : Kind von umstürzendem Baum erschlagen

  • Aktualisiert am

Viele Straßen sind wegen Schneefalls gespeert. Bild: dpa

Nach den starken Schneefällen gilt in drei bayerischen Landkreisen der Katastrophenfall. Auch in Österreich wächst die Zahl der Orte, die kaum noch erreichbar sind. Ein Kind ist von einem umstürzenden Baum erschlagen worden.

          Nach den starken Schneefällen gilt auch im Landkreis Traunstein der Katastrophenfall. Das Landratsamt übernehme die Koordination der Einsatze der verschiedenen Rettungs- und Hilfsorganisationen, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit. Die schweren Schneemassen seien eine Gefahr für die Menschen in der Region. Auch auf die Hilfe der Bundeswehr werde man zugreifen. Die Behörden hatten bereits für die Landkreise Miesbach und Berchtesgadener Land den Katastrophenfall ausgerufen. In einem Ortsteil von Berchtesgaden ist die einzige Zufahrtsstraße nur von Militärfahrzeugen der Bundeswehr befahrbar – rund 350 Menschen sitzen dort fest. Seit Montag gilt bereits im Landkreis Miesbach der Katastrophenfall.

          Ein neunjähriger Junge ist in Aying (Landkreis München) von einem umstürzenden Baum erschlagen worden. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, war der Baum unter der hohen Schneelast zusammengebrochen. Erst nach 20 Minuten entdeckten Zeugen den darunter begrabenen Bub und alarmierten die Rettungskräfte. Diese versuchten rund eine Stunde lang vergeblich, das Kind wiederzubeleben. Im bayerischen Allgäu haben Polizisten einen frierenden Säugling vor Schlimmerem bewahrt. Passanten hatten in Kaufbeuren die hilflose Mutter des Kindes betrunken im Schnee neben einem Gehweg entdeckt. Die Frau hielt ihr nur unzureichend bekleidetes Baby im Arm. Die Streifenbeamten wickelten das kleine Mädchen in eine Uniformjacke und legten es in den Polizeiwagen, bis der Rettungsdienst kam.

          im Fichtelgebirge sollen Forstarbeiter wegen der Schneemassen rund 30 Bäume entlang der beiden Seilbahnen am Ochsenkopf fällen. Die Bäume könnten sonst unter der Schneelast umknicken, sagte am Donnerstag der Sprecher des Landratsamts Bayreuth, Michael Benz. Zuvor berichtete der Bayerische Rundfunk. Am Dienstag war eine Baumspitze auf das Seil der Nordbahn gestürzt, das daraufhin absprang. Verletzt wurde niemand, da sich der Unfall am frühen Morgen ereignete. Die beiden Seilbahnen an der Nord- und Südseite stehen derzeit still. Im Winter strömen Wintersportler aus Nordbayern, Thüringen und Sachsen zum Ochsenkopf.

          Schüler von Lawine erfasst

          Die Bahn hat zahlreiche Strecken im Alpenvorland, in den Landkreisen Traunstein sowie immer noch in Garmisch-Partenkirchen die Bahn komplett gesperrt. Im Landkreis Miesbach stellte die Bayrische Oberlandbahn (BOB) nach Tegernsee, Schliersee und Bayrischzell ihren Betrieb ein. Das teilte ein Sprecher der Bahn am Morgen mit. Hauptsächlich seien Bäume, die wegen der Schneelast auf Gleise und Oberleitungen gefallen sind, das Problem. Die Bahn wollte unter anderem mit Baggern und Radladern Schneemassen aus den Bahnhöfen Miesbach, Schaftlach in Waakirchen und Schliersee abtransportieren, um den Zugverkehr wieder aufnehmen zu können.

          Auch immer mehr Orte in Österreich sind nicht erreichbar, darunter der Ort Galtür in Tirol. In großen Teilen des österreichischen Bundeslandes Salzburg gilt die höchste Warnstufe. Meteorologen erwarten in Österreich weitere Schneemassen und damit eine Verschärfung der Lawinengefahr. Es müsse mit bis zu einem halben Meter Neuschnee gerechnet werden, berichtete der Wetterdienst des Senders ORF am Donnerstagmorgen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist bis mindestens Mitte nächster Woche vor allem im Alpenraum mit Schnee zu rechnen. Eine aktuelle Unwetterwarnung wegen heftiger Schneefälle gilt bis Freitag.

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