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Schiffe in der Antarktis : Wieder frei

Zustand „zufriedenstellend“: Die „Akademik Shokalskij“ im Packeis. Bild: AP

Manchmal genügt ein Wechsel der Windrichtung: Das russische Forschungsschiff „Akademik Schokalskij“ und der chinesische Eisbrecher „Schneedrache“ haben sich aus dem Packeis befreien können.

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          Das russische Forschungsschiff „Akademik Schokalskij“, das seit Heiligabend im Packeis der Antarktis feststeckte, ist wieder frei. Wegen eines Wechsels der Windrichtung sei ein Spalt im Eis aufgetaucht, durch den sich das Schiff langsam fortbewege, sagte Kapitän Igor Kiseljow am Dienstag der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass. Zwar sei die Sicht wegen dichten Nebels extrem schlecht, doch seien sie schon 20 Kilometer vorangekommen und das Eis sei schon dünner. Der technische Zustand des Schiffs sei zufriedenstellend, sagte Kiseljow.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Am Donnerstag vergangener Woche hatte ein Hubschrauber des chinesischen Eisbrechers „Xue Long“ (Schneedrache) die 52 Passagiere von der „Akademik Schokalskij“ abgeholt und zu dem australischen Eisbrecher „Aurora Australis“ geflogen. An Bord des russischen Schiffs sind seither noch die 22 Besatzungsmitglieder. Auch der „Schneedrache“ mit 101 Menschen an Bord war im Zuge seiner Rettungsaktion im Packeis steckengeblieben; doch mittlerweile konnte auch er sich befreien und in offene Gewässer fahren, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua ebenfalls am Dienstag berichtete.

          Eilte zur Hilfe und steckte dann selbst fest: Eisbrecher „Xue Long“ (Schneedrache)

          Der „Schneedrache“ soll 14 Stunden gebraucht haben, um die 21 Kilometer durch das Eis zurück ins offene Meer zu gelangen. Laut Xinhua waren die dicksten Eisschollen vier Meter dick und damit drei Mal stärker als das, was der Eisbrecher eigentlich bewältigen könne. Ein erster Versuch der Besatzung des „Schneedrachen“, das offene Meer zu erreichen, war am Samstag gescheitert; daraufhin bahnte sich das Schiff zunächst einen ein Kilometer langen Kanal durchs Eis, um mit Anlauf durch die dickeren Eisschichten brechen zu können.

          Erst am Sonntag war auch noch der amerikanische Eisbrecher „Polar Star“ mit einer Besatzung von 140 Personen aufgebrochen, um „Akademik Schokalskij“ zu Hilfe zu kommen – was nun nicht mehr erforderlich sein dürfte. Nach Angaben der amerikanischen Küstenwache kann die „Polar Star“ bis zu zwei Meter starkes Eis durchbrechen und mit Anlauf auch durch etwa sieben Meter dicke Eisschollen gelangen.

          Die 52 Wissenschaftler, Touristen und Journalisten, die auf dem russischen Schiff „Akademik Schokalskij“ unterwegs waren, sollen am 22. Januar in Australien ankommen; die australische Antarktis-Behörde AAD teilte mit, die Gruppe solle in Hobart auf der Insel Tasmanien abgesetzt werden. In der Nacht auf Mittwoch wurde zunächst die Ankunft der „Aurora Australis“ in der australischen Antarktis-Forschungsstation „Casey“ erwartet; die eigentliche Aufgabe des Schiffs, das für die Rettungsaktion seine Reiseroute geändert hatte, ist es, Versorgungsgüter dort abzuliefern. Am 13. Januar soll die „Aurora Australis“ dann weiter fahren. Offen blieb am Dienstag weiterhin, wer die Kosten der diversen Rettungseinsätze tragen wird.

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