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Schiffbruch : Das Ende eines Frachters

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Auf dem Weg in den französischen Hafen fielen auf dem spanischen Frachter Lumo alle elektronischen Geräte aus. Bild: dpa

In Südfrankreich ist am Mittwoch ein spanischer Frachter im Sturm an der Küste zerbrochen. Ein spektakuläres Video zeigt nun das ganze Ausmaß des Unfalls.

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          Ein spanisches Frachtschiff ist bei stürmischer See vor einem Strand in Südfrankreich auf einen Damm geschleudert worden und in zwei Teile zerbrochen. Die elf Besatzungsmitglieder konnten in einer dramatischen Rettungsaktion per Hubschrauber in Sicherheit gebracht werden, wie die Behörden der Küstenstadt Anglet am Mittwoch mitteilten. Es gelangte zwar Treibstoff ins Meer, laut dem französischen Verkehrsminister drohte aber keine Umweltkatastrophe.

          Der 100 Meter lange Frachter „Luno“ fuhr am Mittwochvormittag den Hafen der Stadt Bayonne nahe Biarritz an, als nach Behördenangaben alle elektrischen Systeme des Schiffs ausfielen. Bei schwerem Seegang mit meterhohen Wellen wurde der Frachter vor der Küste der neben Bayonne liegenden Gemeinde Anglet auf einen ins Meer hinausragenden Damm geschleudert. Das Schiff, das keine Ladung an Bord hatte, zerbrach in zwei Teile.

          Versuche, die elfköpfige Besatzung in Sicherheit zu bringen, schlugen wegen heftigem Wind mit Geschwindigkeiten von rund 110 Stundenkilometern zunächst fehl. Erst als sich das Wetter beruhigte, konnten die Besatzungsmitglieder der „Luno“ gerettet werden. „Alle Mitglieder der Besatzung wurden mit dem Hubschrauber in Sicherheit gebracht“, teilte ein Sprecher des Rathauses von Anglet.

          „Sie können alle auf ihren eigenen Beinen stehen“, sagte der Vize-Präfekt von Bayonne, Patrick Dallennes. „Aber sie stehen unter Schock. Und ihnen ist kalt.“ Nach seinen Angaben wurde eines der Besatzungsmitglieder leicht verletzt.

          „Die Wellen waren sechs bis acht Meter hoch“

          Der Pilot des Rettungshubschraubers berichtete, die Besatzungsmitglieder des Frachters seien „vollkommen verängstigt“ gewesen. „Das Schiff hatte sehr starke Schlagseite, die Wellen waren sechs bis acht Meter hoch.“ Die Männer hätten sich zunächst sogar geweigert, ihre Rettungswesten auszuziehen - obwohl sie nur ohne die Westen an Bord des Hubschraubers gehievt werden konnten.

          An Bord des Schiffes befanden sich 127 Kubikmeter Diesel, der Treibstoff floss zumindest zum Teil ins Meer. Die Behörden riefen daher die erste Stufe des Notfallplans „Polmar“ gegen Meeresverschmutzung aus. Die 127 Kubikmeter Treibstoff entsprechen in etwa der Ladung von vier Tanklastwagen.

          Kein „Risiko einer massiven Verschmutzung“

          Der Minister für Verkehr und Meere, Frédéric Cuvillier sagte, es gebe nach bisherigem Kenntnisstand kein Risiko einer massiven Verschmutzung. Die Verschmutzung sei zum derzeitigen Zeitpunkt „extrem begrenzt“, Diesel könne zudem - anders als etwa Schweröl - „sehr schnell verschwinden“. In den Tanks befänden sich vermutlich noch „etwa 80 Tonnen Diesel“.

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