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Sanitäter auf der Loveparade : „Ich dachte zuerst an ein Attentat“

Bild: FAZ.NET, EPA

Daniel Assenmacher-Otto war auf der Loveparade vor zehn Jahren als Rettungssanitäter im Einsatz. Was er in Duisburg erlebte, beschäftigt ihn bis heute. Ein Gespräch über den Einsatz bei der Katastrophe und seine Zweifel.

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          Vor zehn Jahren kamen bei der Loveparade in Duisburg 21 Menschen ums Leben. Vor dem Zu- und Abgang des Geländes am ehemaligen Duisburger Güterbahnhof drängten sich in einem Tunnel tausende Technofans. Mehr als 650 Besucher wurden verletzt, viele haben noch heute mit den Erinnerungen an den 24. Juli 2010 zu kämpfen.

          Daniel Blum
          Videoredakteur bei FAZ.NET.
          Kathrin Jakob
          Videoredakteurin bei FAZ.NET.

          Die Verantwortung wollte weder der Veranstalter Lopavent noch die Stadt noch das für die Einsatzkräfte zuständige Innenministerium übernehmen. Die Weigerung, politische Verantwortung anzuerkennen, nahmen die Bürger Duisburgs vor allem ihrem Oberbürgermeister Adolf Sauerland übel. Eineinhalb Jahrespäter wurde er nach einem Bürgerbegehren von den Duisburgern aus dem Amt gewählt, weil er nicht freiwillig gehen wollte.

          Im Mai 2020 ging das Gerichtsverfahren ohne ein Urteil zu Ende. Nach langwierigen Ermittlungen hatten sich seit Dezember 2017 Mitarbeiter der Stadt und des Veranstalters vor Gericht verantworten müssen. Viele der 42 noch von den Ereignissen traumatisierten Nebenkläger blieben, über den juristischen Abschluss des Unglücks entsetzt, auf ihren Gerichtskosten sitzen.

          Daniel Assenmacher-Otto beim Einsatz am 24. Juli 2010 in Duisburg
          Daniel Assenmacher-Otto beim Einsatz am 24. Juli 2010 in Duisburg : Bild: DRK Kreisverband Rhein-Sieg e.V.

          Daniel Assenmacher-Otto war damals als Notfallsanitäter im Einsatz. Ein Jahr später sprach er stellvertretend für die Rettungskräfte auf der Trauerfeier im MSV-Stadion. Die Bilder, die er in Duisburg sah, werde er nie vergessen, sagt er. Im VIDEO der F.A.Z.-INTERVIEWSERIE zu den Ereignissen nach der Katastrophe sprechen wir mit ihm über seinen Einsatz, die Zweifel und sein Verhältnis zu Großveranstaltungen damals und heute.

          Teil 1: Sehen Sie hier das Gespräch mit Duisburgs früherem Oberbürgermeister Adolf Sauerland.

          Im zweiten Teil spricht eine Überlebende: „Ich spüre noch die Füße auf dem Rücken“

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