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San Francisco : Pilot der verunglückten Boeing 777 war im Training

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Das Wrack der in San Francisco abgestürzten Boeing 777 wird abgeschleppt Bild: dpa

Der Bruchpilot hatte nach offiziellen Angaben noch nie eine Boeing 777 auf dem Flughafen von San Francisco gelandet. Bei dem Absturz verletzten sich 180 Menschen, zwei junge Frauen starben - eine von ihnen wurde womöglich von einem Rettungsfahrzeug überfahren.

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          Einer Sprecherin des südkoreanischen Verkehrsministeriums zufolge befand sich der Pilot der in San Francisco verunglückten Maschine noch im Training für Flüge mit einer Boeing 777. Der ansonsten erfahrene Flugzeugführer habe noch nie zuvor eine Maschine des verunglückten Typs auf den Flughafen von San Francisco gelandet, so die Sprecherin.

          Sie erklärte indes, der Flug nach San Francisco sei für Piloten im Training nicht ungewöhnlich. Der Pilot der abgestürzten Maschine habe zuvor eine solche Maschine neunmal gelandet und 43 Flugstunden mit einer Boeing 777 hinter sich gehabt. Nach Angaben der Fluggesellschaft Asiana Airlines hatte der Pilot insgesamt etwa 10 000 Flugstunden absolviert.

          Deborah Hersman, die Chefin der amerikanischen Flugsicherheitsbehörde NTSB, hatte am Sonntag mitgeteilt, dass der Pilot noch Sekunden vor dem Aufprall versucht habe, die Landung abzubrechen. Die Anfluggeschwindigkeit habe deutlich unter den notwendigen 253 Stundenkilometern gelegen. Auswertungen des Flugschreibers hätten gezeigt, dass bis sieben Sekunden vor dem Unglück keine technischen Probleme erkennbar waren. Nach der fatalen Bruchlandung der Maschine mit mehr als 300 Menschen an Bord wollten bisher weder die amerikanischen noch südkoreanischen Behörden von einem Pilotenfehler sprechen.

          Todesopfer werden obduziert

          Mindestens sechs der gut 180 beim Absturz Verletzen waren laut einer Krankenhaussprecherin auch am Sonntagabend noch in kritischer gesundheitlicher Verfassung. Zwei junge Chinesinnen starben. Wie der „San Francisco Chronicle“ berichtet, wird eines der Mädchen derweil obduziert - es wird untersucht, ob sie von einem der herbeieilenden Rettungsfahrzeuge überfahren wurde.

          San Franciscos Feuerwehrchefin Joanne Haves-White sagte am Sonntag: „Von den zugefügten Verletzungen ausgehend, könnte es sein, dass eines unserer Fahrzeuge zur Verletzung beigetragen hat. Das könnte im Chaos passiert sein und wird Teil unserer Untersuchungen sein.“ Auch das zweite Opfer wird einer Autopsie unterzogen werden, so der Gerichtsmediziner des Bezirks San Mateo, Robert Foucrault. Er vermute, das Mädchen sei an ihren Verletzungen gestorben, nachdem sie aus dem Heck des Flugzeuges auf die Landebahn geschleudert worden sei.

          305 Menschen überlebten das Unglück. „Wir haben sehr viel Glück gehabt, dass wir so viele Überlebende haben“, sagte San Franciscos Bürgermeister, Ed Lee. „Das hätte viel schlimmer sein können.“

          Der Flughafen liegt am Ufer der Bucht von San Francisco. Möglicherweise seien die Räder gegen eine Begrenzung geprallt, so dass der Pilot die Kontrolle über den Flieger verloren habe, meinten Beobachter.

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