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San Francisco : Feuersbrunst nach Gasexplosion

  • Aktualisiert am

53 Häuser brannten bislang in San Francisco ab Bild: REUTERS

Nach einer Gasexplosion steht eine ganze Wohngegend in einem Vorort von San Francisco in Flammen. Mindestens sechs Menschen kamen ums Leben, 53 Häuser brannten ab. Anwohner hatten den Behörden schon vor Tagen einen verdächtigen Gasgeruch gemeldet.

          In der Nähe des Flughafens von San Francisco ist eine Gaspipeline explodiert und hat ein ganzes Wohnviertel in Brand gesetzt. Acht Stunden später waren die Brände immer noch nicht unter Kontrolle, mindestens sechs Menschen starben nach Angaben der Feuerwehr. Der stellvertretende Gouverneur von Kalifornien, Abel Maldonado, rief über den Bezirk den Notstand aus. Zunächst glaubten viele an einen Terroranschlag: Nur zwei Tage vor dem Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 erschütterte eine gewaltige Explosion in der Nacht zum Freitag den nur etwa drei Kilometer vom Flughafen entfernten Vorort San Bruno, gefolgt von meterhohen Stichflammen. Binnen Minuten stand ein ganzer Straßenzug stand in Flammen, Menschen rannten in Panik davon, vom Himmel regnete es Glassplitter und Trümmer.

          Schon nach kurzer Zeit stellte sich der wahre Grund der Explosion heraus: Unter einer Straße von San Bruno war eine Erdgas-Leitung geborsten. Wie aus einem gewaltigen Bunsenbrenner schossen die Flammen aus dem Leck in alle Richtungen und setzten Häuser und Autos in Brand. Mindestens sechs Menschen kamen in den Flammen um, knapp 40 weitere mussten mit Verbrennungen und anderen Verletzungen in Krankenhäusern behandelt werden. Mehr als 53 Häuser brannten teils bis auf die Grundmauern nieder, mindestens 120 weitere wurden nach Angaben der Feuerwehr beschädigt. Rund hundert Einwohner wurden in Notunterkünften untergebracht.

          „Als wäre eine Bombe eingeschlagen“

          Maldonado, der Gouverneur Arnold Schwarzenegger während dessen Asien-Reise vertritt, rief für den gesamten Bezirk den Notstand aus. Er rechne mit weiteren Opfern, sagte er nach einer ersten Besichtigung der Unglücksstelle dem Sender CNN. „Es sieht aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen“, berichtete Maldonado. Er habe in vielen Einfahrten verbrannte Autos gesehen: „Das sagt mir, dass viele ihre Häuser nicht verlassen haben, und das macht mir große Sorge.“

          Eine ganze Wohngegend steht in Flammen

          Augenzeugen berichteten, die Explosion habe einen Krater von der Größe einer mehrspurigen Straßenkreuzung hinterlassen. „Ich hörte einen Lärm wie von einem tief fliegenden Flugzeug, dann wackelte plötzlich das Haus“, sagte Tina Diloia, die sich während des Unglücks mit ihrem Baby in ihrer Wohnung in San Bruno aufhielt. Sie habe eine zweite Explosion gehört. „Ich ging nach draußen, und es fielen Trümmer vom Himmel. Es sieht aus, als würde die ganze Bergseite brennen.“ Ein anderer Bewohner berichtete von einem „riesigen Feuerball. Schlimmer als die Explosion war die Hitze - eine enorme Hitzewelle, die eine Minute lang alle Luft aufsaugte.“

          Trotz des Einsatzes von Löschflugzeugen und -hubschraubern gelang es den Feuerwehrleuten nicht, die zahlreichen Brände unter Kontrolle zu bringen. In Berichten hieß es, die Flammenhitze habe die Fenster von Feuerwehrwagen zum Schmelzen gebracht. Bürgermeister Jim Ruane bestätigte, dass der Bruch einer 60 Zentimeter breiten Hochdruckleitung Schuld an einem der schlimmsten randinfernos in einer amerikanischen Stadt seit Jahren sei. Der Sprecher des Energieversorgers Pacific Gas & Electric, Jeff Smith, sprach von einer „schrecklichen Situation“. Sollte sich herausstellen, dass sein Unternehmen Schuld an dem Unglück trage, „werden wir die volle Verantwortung übernehmen“.

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