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San Francisco : Bruchlandung einer Boeing 777 fordert zwei Opfer

  • Aktualisiert am

Die verunglückte Maschine brannte fast völlig aus - doch fast alle Passagiere und Crewmitglieder konnten sich vorher ins Freie retten Bild: AFP

Eine Boeing 777 der koreanischen Asiana Airlines ist auf dem Flughafen San Francisco bei der Landung verunglückt. Zwei Menschen starben, 182 wurden verletzt.

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          Angesichts der Bilder und Beschreibungen von Augenzeugen grenzt es schon an ein Wunder: Eine südkoreanische Boeing 777 legt in San Francisco eine spektakuläre Bruchlandung hin, Heck und ein Großteil des Daches reißen ab, Feuer bricht aus - und doch überleben 305 der 307 Insassen, wenngleich viele mit schweren Verletzungen.

          Nach Angaben der Behörden kamen bei dem Unglück am Samstag zwei Chinesinnen im Teenageralter ums Leben. 182 der 291 Passagiere und 16 Besatzungsmitglieder wurden laut Vize-Feuerwehrchef Dale Carnes verletzt, 49 von ihnen erlitten schwere bis schwerste Verletzungen. Und doch freute sich San Franciscos Bürgermeister Ed Lee über die vergleichsweise gute Nachricht: „Es ist unglaublich, wir hatten sehr viel Glück, dass es so viele Überlebende gab“, sagte Lee.
            
          Nichts hatte zuvor auf das Unglück hingedeutet, wie Augenzeugen und Behörden übereinstimmend berichten: Nach einem unaufgeregten Langstreckenflug von Shanghai über Seoul setzte um 11.28 Uhr (20.28 Uhr mitteleuropäischer Zeit) die Boeing der südkoreanischen Asiana Airlines zur Landung in San Francisco an. Laut dem südkoreanischen Verkehrsministerium kam die Maschine hart mit dem Heck auf die Landebahn auf, driftete nach links ab und kam schließlich neben der Piste zum Stehen.

          Kurz vor der Landung noch einmal Gas gegeben

          Der Überlebende Elliott Stone sagte dem Nachrichtensender CNN, der Pilot habe kurz vor der Landung noch einmal Gas gegeben. „Aber wir haben den Boden berührt und das Heck ist abgerissen, es gab einen gewaltigen Ruck.“ Das Flugzeug sei mindestens 300 Meter weit geschlittert, dann habe es Feuer gefangen. Einige Crew-Mitglieder und Passagiere im Heckteil wurden dabei offenbar herausgeschleudert, die meisten aber konnten sich über Notrutschen retten.

          141 Passagiere kamen aus China, darunter etwa 60 Schüler und mehrere Lehrer, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. 77 Passagiere kamen laut Asiana Airlines aus Korea, 61 aus den Vereinigten Staaten und einer aus Japan.
            
          Die Unglücksursache war zunächst unklar, einen Terroranschlag schloss das FBI rasch aus. Im Fernsehen und Internet bot sich ein dramatisches Bild: Auf Fotos war zu sehen, dass Heckteil und Fahrgestell abgerissen waren. Das auf dem Bauch liegende, teilweise
          ausgebrannte Flugzeug war umgeben von mindestens sechs Löschfahrzeugen. Überall lagen Wrackteile herum.


          Laut Asiana-Chef Yoon Young Doo war die Maschine rund sieben Jahre alt. Technische Probleme habe sie nach den vorliegenden Erkenntnissen nicht gehabt, auch hätten die Piloten keinen Notruf abgesetzt. Einige Experten vermuteten, die Maschine könnte die Schutzmauer zum Wasser gestreift haben.

          Um ein Haar wären auch Facebooks Vizechefin Sheryl Sandberg und ihre Familie an Bord des Unglücks-Flugzeugs gewesen. Wie Sandberg auf dem Sozialen Netzwerk schrieb, buchte sie auf einen Flug von United Airlines um, damit ihre Familienmitglieder Meilen sammeln konnten. Auch Kollegen seien mitgereist. Ihre Maschine habe zeitgleich ankommen sollen. Sie sei aber letztlich 20 Minuten vor dem Unglücksflieger sicher gelandet. Einem Freund, der an Bord der verunglückten Maschine gewesen sei, gehe es ebenfalls gut. „Es ist ein Moment, um dankbar zu sein.“

          Die Boeing 777 ist eines der meistgenutzten Langstreckenflugzeuge der Welt. Asiana Airlines, die zweitgrößte Fluggesellschaft Südkoreas, gilt als zuverlässig, das letzte Unglück liegt 20 Jahre zurück. Asiana ist nach Korean Air die zweitgrößte Fluggesellschaft Südkoreas und Mitglied der Star Alliance, in der auch die Lufthansa ist. Sie fliegt besonders an der Westküste der Vereinigten Staaten viele Ziele an. Asiana operiert mit zwölf Boeing 777-200, die jeweils ungefähr 300 Passagiere aufnehmen können.

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