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Russische Waldbrände : Zahl der Toten steigt weiter an

  • Aktualisiert am

Die verherrenden Waldbrände in Russland wüten weiter Bild: dpa

Die russischen Waldbrände wüten weiter. Inzwischen sind 50 Menschen den Flammen zum Opfer gefallen. Während die Löschtruppen weiterhin versuchen eine Atomforschungsanlage zu schützen, bietet Angela Merkel Hilfe an.

          Die verheerenden Waldbrände in Russland haben nach offiziellen Angaben bislang mindestens 50 Menschen das Leben gekostet. Zuletzt wurde eine Leiche in einem Dorf nahe der Stadt Nischni Nowgorod gefunden, und ein Mensch erlag seinen Verletzungen in einem Krankenhaus in Woronesch.

          Hilfsorganisationen gehen jedoch davon aus, dass es weit mehr Opfer gibt. Hunderte wurden verletzt, Tausende sind obdachlos. Landesweit loderten fast 600 Brände, die meisten davon im europäischen Teil Russlands, wie das Ministerium für Notlagen mitteilte.

          Hitzewelle wird weiter andauern

          Die Moskauer freuten sich inzwischen über blauen Himmel. Da jedoch die Feuer in der Umgebung noch immer schwelen, schließen Meteorologen nicht aus, dass die Hauptstadt erneut unter einer Qualmglocke versinken könnte. Der Betrieb auf den drei internationalen Moskauer Flughäfen lief anders als am Vortag problemlos. Wie schon in den vergangenen Wochen erreichte das Thermometer jedoch auch bereits vormittags die 30-Grad-Marke. Die Hitzewelle soll auch in den kommenden Tagen mit Temperaturen um 40 Grad andauern.

          Im Osten konzentrierte sich die Feuerwehr auf die Bekämpfung der Flammen in der Nähe einer geheimen Atomforschungsanlage in der Stadt Sarow. Eine Nachrichtenwebsite der Stadt schrieb unter Berufung auf Behördenvertreter, die Flammenwand sei in mehrere kleinere Brände aufgespalten worden.

          Deutschland bietet Hilfe an

          Bundeskanzlerin Angela Merkel brachte am Mittwoch in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew die Hilfsbereitschaft Deutschlands angesichts der Waldbrände zum Ausdruck. Medwedew dankte nach Angaben der Bundesregierung für dieses Zeichen der Solidarität und sagte eine Prüfung der deutschen Hilfsangebote zu. Unterdessen stellte Italien zwei spezielle Löschflugzeuge zur Verfügung.

          Ebenfalls wollte Ministerpräsident Wladimir Putin wegen der Trockenheit einen Exportstopp für Weizen verhängen. Russland ist einer der wichtigsten Weizenexporteure weltweit, doch rechnet die Regierung nur noch mit einer Ernte von 70 bis 75 Millionen Tonnen - für dieses Jahr waren bislang rund 85 Tonnen vorausgesagt worden. In mehreren wichtigen Getreideregionen riefen die Behörden den Notstand aus. Die sinkende Ernte in Russland lässt auch die Weizenpreise weltweit steigen: Obwohl sie im Juli bereits um 40 Prozent nach oben gegangen waren, stiegen sie nach der Ernteschätzung erneut deutlich an.

          Russland leidet seit Wochen unter einer Hitzewelle und Dürre. Der Juli war der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 130 Jahren.

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