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Route und Stärke des Sturms : „Irmas“ Wege sind unergründlich

  • -Aktualisiert am

Wind und Regen sind Vorboten des nahenden Sturms „Irma“ auf der Inselgruppe Florida Keys. Bild: AFP

Jüngsten Modellen zufolge könnte Miami von „Irma“ verschont bleiben. Dafür sind wohl Gebiete betroffen, in die Menschen geflohen sind. Evakuierungspläne werden geändert, doch den Planern läuft die Zeit davon.

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          Niemand weiß genau, wie viele Menschen in Kuba und den amerikanischen Bundesstaaten Florida und Georgia vor dem Wirbelsturm Irma geflohen sind, aber es mögen mehrere Millionen sein. Allein in Florida forderte dessen Gouverneur Rick Scott 6,3 Millionen Menschen in den südlichen Landesteilen auf, sich in Sicherheit zu bringen. Mehr als eine halbe Million Menschen flohen von der Küste Georgias ins Inland, wobei die Autobahnen auf allen Fahrspuren nur für den Verkehr von der Küste weg freigegeben wurden.

          Nach Meldungen aus Kuba hatten auf der Insel am Freitag und Samstag zeitweise eine weitere Million Menschen ihre Häuser an der Nordküste verlassen. Mehr als zehntausend Touristen wurden gleichzeitig von den Strandhotels im Inselnorden nach Havanna in Sicherheit gebracht.

          Kubaner stehen am Samstag vor einem kollabierten Gebäude in Havanna. Bilderstrecke

          Unterdessen wird erwartet, dass das Auge von Hurrikan Irma am Sonntag gegen Mittag (Ortszeit) die sehr schmale Inselgruppe der Florida Keys überqueren wird. Von dort wird der Wirbelsturm aber nicht wie vorhergesagt seinen Weg nach Norden mitten über das Festland Floridas fortsetzen. Vielmehr weisen die jüngsten numerischen Wettermodelle jetzt daraufhin, dass sich Irmas Auge entlang der Golfküste dieses Bundesstaates bewegen wird. Dem dicht besiedelten, an der Atlantikküste gelegenen Großraum Miami würde dann das Schlimmste erspart bleiben.

          Städte, in die Menschen flohen, nun wohl vom Sturm betroffen

          Allerdings sind viele Einwohner von dort in die Großstädte Tampa und St. Petersburg an der Golfküste geflohen. Sollten sich die Vorhersagen bestätigen, lägen diese beiden Städte nun im unmittelbaren Einflussbereich des Zentrums des Hurrikans. Rund um das Auge wehen typischerweise die stärksten Winde.

          Tropensturm „Irma“: Zur Ansicht der Prognose starten Sie das Video unten links, oder klicken Sie unten auf die Zeitleiste. Per Klick auf die Karte sehen Sie die örtliche Windstärke.

          Entgegen den ursprünglichen Erwartungen der Meteorologen hatte sich Irma auf seinem Weg entlang der Nordküste von Kuba weiter abgeschwächt und zog als Hurrikan der Kategorie drei mit Windgeschwindigkeiten von weniger als 200 Kilometern pro Stunde in Richtung Westen. Das Auge machte dabei aber keinen direkten Kontakt mit dem Land und blieb ständig über Wasser. Am Samstag zog es mit einer Geschwindigkeit von etwa 15 Kilometern pro Stunde über dem Meer zwischen Kubas Norden und den Bahamas in Richtung Westen.

          Der Weg des Wirbelsturms ist schwer vorherzusagen

          Ein Hochdruckgebiet über dem nördlichen Golf von Mexiko und den amerikanischen Bundesstaaten Texas und Oklahoma lenkte dann aber am Samstagnachmittag (Ortszeit) den Hurrikan, der seit Tagen von den Kleinen Antillen aus sehr stetig in Richtung Westen gezogen war, nach Norden ab. Die genaue Richtung, die derartige Schlenker nehmen, sind von Meteorologen allerdings sehr schwer vorherzusagen. Der Weg des Wirbelsturms hängt nämlich sowohl von seiner eigenen Kraft, im physikalischen Sinne also von seinem Impuls, sowie von der ihn umgebenden Großwetterlage ab. Offenbar war das Hochdruckgebiet nordwestlich von Hurrikan Irma aber etwas schwächer als noch vor wenigen Tagen vermutet, sodass die Fachleute vom Hurrikanwarnzentrum in Miami am Samstag vorhersagen konnten, dass der Schlenker vor Kuba nicht ganz so stark ausfallen würde, wie ursprünglich berechnet.

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