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Roald Amundsen : „Wir werden ihn finden“

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1911 war er der erste Mensch am Südpol: Der Norweger Roald Amundsen Bild: dpa

Mit Sonargeräten und Tauchrobotern sucht die norwegische Marine ab heute nach dem Polarforscher Roald Amundsen. 1911 war er der erste Mensch am Südpol. 1928 stürzte er mit dem Flugzeug ins Polarmeer - warum, ist bis heute ein Rätsel.

          Von Roald Amundsen haben die Norweger bis heute nicht viel gefunden. 1928 den Treibstofftank seines Flugzeuges an der Westküste Norwegens. 1933 ein drei Meter großes Wrackteil in der Barentssee. Der Polarforscher selbst blieb verschwunden, über 80 Jahre lang. Aus dem großen Nationalhelden wurde das größte Rätsel des Landes: Was war mit Amundsen passiert?

          Am Montag nun zog in Tromsø ein Forschungsteam aus, um dem Rätselraten ein Ende zu bereiten. „Operation Latham“ nennt sich die Expedition der norwegischen Marine. „Latham 47“ hieß das Flugzeug, mit dem Amundsen am 18. Juni 1928 auf seinem Flug von Tromsø nach Spitzbergen verschwand. Als Nationalheld war der Polarforscher lange vor seinem Tod gefeiert worden, vor allem, weil er 1911 nach einem denkwürdigen Wettrennen gegen den Briten Robert F. Scott als erster Mensch den geographischen Südpol erreicht hatte.

          Spuren eines Messers und eines Hammers

          Zur Legende wurde er durch die Umstände seines Verschwindens: Als die Latham abstürzte, war Amundsen auf der Suche nach einem Rivalen, dem Polarforscher Umberto Nobile. Der Italiener, mit seinem Zeppelin verunglückt, wurde später mit neun Kameraden von einer Eisscholle gerettet. Amundsen dagegen ließ bei der Rettungsaktion vermutlich sein Leben. „Der 1928 gefundene Tank seines Flugzeugs zeigt Spuren eines Messers und eines Hammers“, sagte nun Expeditionsteilnehmer Kjell Lutnes. „Das ist der Beweis, dass zumindest einer der sechs den Absturz überlebt hat.“

          Am Montag brach das Marineschiff „KNM Tyr” von Tromsø aus zu seiner Suche im Polarmeer auf

          Bis Anfang September wollen die Norweger das Wrack des Wasserflugzeugs in einem 120 Quadratkilometer großen Gebiet südlich von Spitzbergen finden. Der Rumpf des Flugzeugs aus Holz und Segeltuch dürfte mittlerweile verrottet sein. „Aber wenn der Motor irgendwo in unserem Suchgebiet liegt, werden wir ihn finden“, sagte Helge Telle, ein Offizier des Marineschiffs „KNM Tyr“. An diesem Mittwoch beginnen das mit Sonargeräten und Unterwasserfahrzeug ausgestattete Militärschiff und ein Begleitboot der Küstenwache, die „KV Harstadt“, am Rande des Eismeers mit der Suche.

          „Unser Equipment ist gut, das Wetter spielt mit“

          „Wir fahren exakt auf demselben Kurs Richtung Bäreninsel, den Amundsen und seine Crew vor 81 Jahren genommen haben“, bloggte der neuseeländische Expeditionsleiter Rob McCallum am Dienstag auf hoher See. 65 Menschen nehmen an der Suche teil, die sich mehrere Sponsoren vier Millionen norwegische Kronen (etwa 465 000 Euro) kosten lassen. Spätestens am 2. September will das Team zurück in Tromsø sein – am besten mit Amundsens Überresten an Bord. McCallum ist jedenfalls optimistisch: „Unser Equipment ist gut, das Wetter spielt mit, die Crew ist vorbereitet – los geht’s.“

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