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Todesschuss bei Baldwin-Dreh : Regisseur und Ehemann der getöteten Kamerafrau melden sich zu Wort

  • Aktualisiert am

Menschen in Albuquerque, New Mexiko, gedenken der am Filmset angeschossenen und verstorbenen Kamerafrau Halyna Hutchins am 23. Oktober 2021. Gleichzeitig prangern sie mangelnde Sicherheitsvorkehrungen bei Filmdrehs an. Bild: AFP

Hollywood ist bestürzt über den Tod von Chef-Kamerafrau Halyna Hutchins durch einen versehentlich ausgelösten Schuss bei einem Filmdreh. Der ebenfalls verletzte Regisseur und der Ehemann der Verstorbenen äußern sich erstmals nach dem Vorfall.

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          Zwei Tage nach dem tödlichen Schuss aus einer Requisitenwaffe bei einem Filmdreh in New Mexico in den USA sind viele Details weiter unklar. Die Polizei hatte bis zum Samstagabend (Ortszeit) keine genauen Angaben zum Tod von Chef-Kamerafrau Halyna Hutchins veröffentlicht oder erklärt, wie genau sich aus der versehentlich von Schauspieler Alec Baldwin abgefeuerten Waffe ein tödlicher Schuss lösen konnte.

          Zu den Umständen des Todes von Halyna Hutchins und dem Projektil gebe es offene Fragen, hatte die Polizei in Santa Fe bereits am Freitagabend (Ortszeit) der Deutschen Presse-Agentur mitgeteilt. Die Ermittler hätten den Drehort des Westerns „Rust“ durchsucht.

          Der Regieassistent, der die Requisitenwaffe an Baldwin übergab, glaubte nach seiner Aussage, die Waffe enthalte keine Munition, zitierten der Fernsehsender CNN und sein lokaler Partnersender KOAT aus einem Polizeibericht. Als aber der Schauspieler die Waffe am Donnerstag abfeuerte, kam es zu der Tragödie. Laut dem Bericht wurde die 42-jährige Chef-Kamerafrau Hutchins demnach in die Brust getroffen und erlitt tödliche Verletzungen, der hinter ihr stehende Regisseur Joel Souza (48) wurde in der Schulter getroffen und ins Krankenhaus gebracht.

          Statement von Regisseur Souza

          Souza hat am Samstag erstmals in einem Statement auf den Tod der Chef-Kamerafrau des Films reagiert. „Ich bin tieftraurig über den Tod meiner Freundin und Kollegin Halyna“, erklärte Souza der Film-Webseite „Deadline“ und weiteren US-Medien. „Sie war freundlich, lebhaft, unglaublich talentiert, hat um jedes Detail gekämpft und mich immer ermuntert, mehr zu geben.“

          Unklar war weiter, um welche Art Munition oder welche Fehlfunktion der Requisite es sich bei dem tödlichen Schuss handelte. „Wir haben noch keine Details zur Patrone, die in der Waffe war“, hatte der Polizeisprecher dazu der dpa am Freitag erklärt.

          Die Gewerkschaft IATSE schrieb nach Angaben der „Los Angeles Times“ in einer Mail, dass die Waffe mit einer einzigen Patrone bestückt gewesen sei, einer „single live round“. Dieser Begriff sei eine gebräuchliche Umschreibung in der Branche, die sowohl eine scharfe als auch eine Platzpatrone beschreiben kann. Üblicherweise ist ein Requisiteur oder ein lizenzierter Waffenmeister für die am Set benutzten Waffen zuständig, so das Blatt. Scharfe Munition sei am Set verboten. Strafrechtliche Vorwürfe wurden nach Polizeiangaben bisher nicht erhoben. Der Dreh wurde vorerst eingestellt.

          „Es gibt keine Worte, um den Schock und die Trauer auszudrücken angesichts des tragischen Unfalls, der das Leben von Halyna Hutchins beendet hat“, hatte Baldwin am Freitag auf Twitter geschrieben. „Ich kooperiere vollkommen mit der polizeilichen Untersuchung, um herauszufinden, wie diese Tragödie geschehen konnte“, hatte der Hollywood- und TV-Star hinzugefügt. „Und ich stehe in Kontakt mit ihrem Ehemann, um ihm und seiner Familie meine Unterstützung anzubieten.“

          Ehemann bittet um Spenden auf Twitter

          Hutchins’ Ehemann Matt dankte per Twitter im Namen der Familie für die öffentliche Anteilnahme. Er bat um Spenden für ein Stipendienprogramm für Kamerafrauen, das vom Amerikanischen Filminstitut AFI im Namen der Verstorbenen ins Leben gerufen wurde.

          Nach einem weiteren Bericht der „Los Angeles Times“ sollen sich Mitarbeiter am Set über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen beschwert haben. Die Zeitung berichtete unter Berufung auf ungenannte Quellen, mehrere Mitarbeiter der Kamera-Crew hätten wenige Stunden vor dem tödlichen Vorfall aus Protest gegen die Arbeitsbedingungen den Drehort verlassen. Die in Hollywood üblichen Sicherheitsprotokolle seien nicht strikt befolgt worden und auch versehentlich ausgelöste Schüsse habe es bereits gegeben, hieß es. Die Dreharbeiten zu dem Low-Budget-Western, bei dem Baldwin auch als Produzent mitwirkte, hatten Anfang Oktober auf der Bonanza Creek Ranch begonnen.

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