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Raumfrachter abgestürzt : Versorgung der ISS laut russischer Behörde nicht in Gefahr

  • Aktualisiert am

Beim Start des Raumfrachters lief noch alles nach Plan. Bild: Reuters

Vermutlich explodiert ist ein russisches Transportraumschiff auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Es sollte zweieinhalb Tonnen Versorgungsgüter zu den Astronauten bringen.

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          Ein russisches Transportraumschiff ist auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS vermutlich explodiert. Der unbemannte Raumfrachter Progress MS-04 war laut der Raumfahrtbehörde Roskosmos am Donnerstag in Bajkonur in der kasachischen Steppe gestartet. Er sollte zweieinhalb Tonnen Versorgungsgüter – Treibstoff, Wasser, Sauerstoff, Verpflegung, Medikamente, wissenschaftliche Geräte – zur ISS bringen.

          Der Kontakt brach aber nach 383 Sekunden Flugzeit in 190 Kilometern Höhe ab. Zwei Minuten später hätte der Raumfrachter von seiner Sojus-U-Trägerrakete abkoppeln sollen. Am Himmel über der russischen Teilrepublik Tuwa an der Grenze zur Mongolei soll eine Explosion zu sehen gewesen sein. Die meisten Trümmer verglühten laut Roskosmos in der Erdatmosphäre, einige sollen aber 60 bis 70 Kilometer westlich der Stadt Kysyl niedergegangen sein.

          Auf dem Weg zur ISS : Sojus-Rakete mit Proviant abgestürzt

          Roskosmos hob hervor, dass Besatzung und Arbeit der ISS nicht gefährdet seien. Eine Untersuchungskommission soll den Vorfall klären. Vermutet wurde ein Fehler bei der dritten Stufe der Trägerrakete. Bei Unglücken früherer Progress-Raumfrachter im August 2011 sowie im Mai 2015 waren jeweils Fehler an entsprechender Stelle verantwortlich gemacht worden.

          Europa bleibt der ISS treu

          Die russische Staatsnachrichtenagentur Ria Nowosti berichtete, sollte eine fehlerhafte Fabrikation des entsprechenden Antriebs festgestellt werden, was zu erwarten sei, werde dies zu personellen Konsequenzen beim Hersteller in der Stadt Woronesch führen. Der nächste Raumfrachter soll am 2. Februar zur ISS aufbrechen.

          Die Mitgliedsländer der europäischen Raumfahrtagentur Esa haben unterdessen auf der Ministerratskonferenz in Lausanne am Freitag beschlossen, dass Europa sich bis zum Jahr 2024 an der Nutzung der Internationalen Raumstation ISS beteiligen wird und bewilligten dafür rund 960 Millionen Euro. Die Esa wird ein zweites Service-Modul für die ISS bauen.

          Die Vertreter der Mitgliedsländer haben auch der Fortführung der europäisch-russischen Gemeinschaftsmission ExoMars zugestimmt, dessen zweite Phase mit dem Start eines Rovers zum Roten Planeten in vier Jahren beginnen soll. Dafür werden mehr als 400 Millionen Euro bereitgestellt, womit die Finanzierung der Mars-Mission gesichert ist. Insgesamt erhält die Esa rund 10,3 Milliarden Euro für ihre zahlreichen Raumfahrtprogramme. Das jährliche Budget soll um ein Prozent steigen.

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