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8000 Kilometer entfernt : Rauch von Waldbränden in Amerika zieht bis nach Deutschland

  • Aktualisiert am

Die aufgehende Sonne tauchte die Luft über Berlin in ein tiefrotes Licht. Bild: dpa

Der Rauch der verheerenden Wandbrände in Amerika ist bis nach Deutschland gezogen: Rußpartikel ließen den Himmel in den vergangenen Tagen milchig wirken und sorgten unter anderem für spektakuläre Sonnenaufgänge.

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          Rußpartikel der Brände an der amerikanischen Westküste sind um den Globus bis nach Deutschland gelangt und haben hierzulande den Himmel milchig erscheinen lassen. Kurioserweise sorgten die verheerenden Brände über Deutschland am vergangenen Wochenende auch für besonders farbenprächtige Sonnenauf- und -untergänge.

          „Dies liegt an den ganz feinen Rußpartikeln in etwa zehn Kilometern Höhe, die von dem Rauch der Brände bis nach Europa gezogen sind“, erklärte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes DWD in Offenbach am Mittwoch. Der Himmel habe an diesen Tagen milchig und gelblich gewirkt. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

          Auch andere Teile Europas betroffen

          Mittlerweile gibt es diesen Effekt laut DWD nicht mehr, weil sich die Windverhältnisse geändert hätten und keine größeren Konzentrationen an Rußpartikeln mehr von Kalifornien nach Deutschland getrieben würden. Nach Auskunft des Copernicus-Atmosphärenüberwachungsdienstes wurden bei den Bränden 30,3 Megatonnen Kohlenstoff ausgestoßen.

          Schon am Freitag hatten auch Messgeräte des Leibniz-Instituts für Troposphärenmessung (TROPOS) eine Staubschicht aus Ruß- und Aschepartikeln registriert, die über Leipzig schwebte und ebenfalls auf die Waldbrände in Amerika zurückzuführen war. So meldet es das Institut auf seiner Homepage. Nur durch extrem hohe Temperaturen gelang der Rauch in so große Höhen, um die Strecke von Amerika bis Deutschland überwinden zu können. „In der oberen Troposphäre und Stratosphäre können diese Partikel dann ähnlich der Asche von Vulkanausbrüchen lange unterwegs sein und mit den Höhenwinden große Entfernungen über die Kontinente hinweg überwinden“, erklärt Holger Baars vom TROPOS.

          Satellitenaufnahmen zufolge war der Rauch auch in anderen Teilen Europas nachweisbar. Wie Wissenschaftler am Mittwoch mitteilten, hat Datenmaterial eines Beobachtungssystems der EU ergeben, dass Rauch 8000 Kilometer durch die Erdatmosphäre bis nach Großbritannien und andere Teile Nordeuropas gezogen sei.

          „Der Umfang und die Bedeutung dieser Feuer sind auf einem Level, das viel höher als in irgendeinem der 18 Jahre, die unser Beobachtungsdatenmaterial abdeckt“, sagte der Wissenschaftler Mark Parrington vom Copernicus Atmosphere Monitoring Service der EU. Die Rauchdichte von den Feuern in Kalifornien, Oregon und Washington sei immens, wie Satellitenmessungen zeigten.

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