https://www.faz.net/-gum-7l6ss

Raffinerie-Brand in Köln : Staatsanwaltschaft leitet womöglich Ermittlungen gegen Shell ein

  • Aktualisiert am

Weithin sichtbar stieg am Donnerstag schwarzer Rauch über der Raffinerie in Köln auf Bild: dpa

Nach dem Brand in einer Kölner Raffinerie hat die Suche nach den Ursachen begonnen. Eine Gefährdung der Bevölkerung ist ausgeschlossen, dennoch prüft die Staatsanwaltschaft die Einleitung von Ermittlungen gegen den Betreiber Shell.

          1 Min.

          Nach dem Brand eines Chemikalientanks in einer Kölner Raffinerie haben Fachleute am Freitag die Suche nach der Ursache begonnen. Die Firma Shell beauftragte unter anderem Gutachter des TÜV Rheinland, wie eine Unternehmenssprecherin am Freitag erklärte. Auch die Kriminalpolizei ermittelt. Vor kommenden Montag sei aber mit keinem Ergebnis zu rechnen, sagte ein Sprecher.

          Ein Tank mit 4000 Kubikmetern des giftigen Stoffs Toluol war am Donnerstagnachmittag auf dem Werksgelände von Shell in Köln-Godorf in Brand geraten und explodiert. Eine riesige schwarze Rauchwolke stieg in den Himmel auf und war kilometerweit zu sehen. Neben der Werksfeuerwehr waren mehr als 300 Einsatzkräfte der städtischen Feuerwehr vor Ort. Die Polizei sperrte Straßen rund um die Raffinerie weiträumig ab.

          Die Einsatzkräfte forschten die gesamte Nacht und am Freitagvormittag mit Messwagen nach Schadstoffen in der Luft, stellten aber keine Belastung fest. Eine Gefährdung für die Bevölkerung könne absolut ausgeschlossen werden, sagte ein Sprecher. Aufgrund der Thermik und des starken Windes sei der Ruß sehr weit verteilt worden. Es seien keine Ablagerungen zu finden.

          Staatsanwaltschaft prüft Einleitung von Ermittlungen

          Die Staatsanwaltschaft Köln prüfte am Freitag dennoch die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens unter dem Gesichtspunkt der Luftverunreinigung, wie ein Sprecher erklärte. Das Lösungsmittel Toluol ist nach Angaben von Shell gesundheitsgefährdend, aber nicht krebserregend.

          Der Naturschutzverband BUND übte Kritik am Krisenmanagement von Shell. Ein Fachmann vom Landesverband Nordrhein-Westfalen warf dem Unternehmen in einer Mitteilung „unerhörte Verharmlosung“ vor.

          Nach Angaben von Shell ist die Rheinland Raffinerie, die zwei Standorte hat, die größte Raffinerie Deutschlands. Der Brand am Freitag war nicht das erste Unglück: Anfang November hatte es einen Zwischenfall in Godorf gegeben, bei dem zwei Mitarbeiter bei einer Verpuffung schwer verletzt wurden. 2012 wurde bekannt, dass in Wesseling über vier Wochen mehr als eine Million Liter Kerosin unbemerkt ins Erdreich ausgelaufen waren.

          Topmeldungen

          Justizministerin Lambrecht auf der Terrasse des Reichstagsgebäudes

          Christine Lambrecht : Die Justizministerin in ihrer eigenen Welt

          Bleibt sie etwa doch? Im Bundesjustizministerium wären viele erschrocken, wenn ihnen die Ressortchefin von der SPD erhalten bliebe. Beamte haben oft den Eindruck, ihr Rat werde ignoriert.
          Kandidatenduell 1994: Wahlplakate mit Kanzler Kohl und SPD-Herausforderer Rudolf Scharping

          Bundestagswahlen seit 1949 : 1994: Als Rudolf Scharping baden ging

          19 Wahlen, 19 Geschichten. Heute: Die SPD lässt erstmals ihre Mitglieder den Kanzlerkandidaten bestimmen. Rudolf Scharping macht das Rennen – und bremst sich in der Bundestagswahl 1994 selbst aus. Teil 13 unserer Wahlserie.
          Das Einspeise-Umspannwerk Dresden Süd war Auslöser für den Stromausfall in der Stadt und Umgebung.

          Energiewende : Stromausfälle werden zur Gefahr

          Wenig Erdgasreserven, instabile Netze, schwankender Windstrom: Drohen im Winter Blackouts? Der Anstieg der Gaspreise verschärft die Lage.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.