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Verspäteter Probealarm : Viele Probleme beim deutschlandweiten Warntag

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Am ersten bundesweiten Warntag erhielten längst nicht alle Menschen einen Probealarm sowie die dazugehörige Entwarnung. Bild: dpa

Um 11 Uhr sollten bundesweit die Alarmsysteme bei einem Probealarm getestet werden. Doch die Warn-App NINA ist bei vielen Nutzern still geblieben. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz gibt Probleme zu – und erhält „wichtige Erkenntnisse“.

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          Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat Probleme bei der Verbreitung des Probealarms am Warntag eingeräumt. Die bundesweite Meldung habe wegen der „nicht vorgesehenen zeitgleichen Auslösung einer Vielzahl von Warnmeldungen“ nur verspätet zugestellt werden können, teilte das BBK am Donnerstagmittag auf Twitter mit. Denn das im Vorfeld besprochene Auslösekonzept habe „eine reine Auslösung durch den Bund“ und nicht durch Länder und Kommunen vorgesehen. Dies liefere „wichtige Erkenntnisse für den Ausbau“ des Meldesystems, erklärte das BBK.

          Es hatte am Vormittag eine amtliche Meldung zu dem Probealarm verbreitet, allerdings etwa eine halbe Stunde später als geplant. Etwa zehn Minuten später folgte die Mitteilung für die Probeentwarnung.

          In Potsdam wurde es in einigen Ecken laut

          Allerdings ist die Warn-App NINA bei vielen Nutzern still geblieben. Die angekündigte Warnmeldung erschien zunächst nicht. „Wir wissen, dass es teilweise geklappt hat“, sagte eine Sprecherin des BBK in Bonn. Teilweise sei es aber auch zu einer Überlastung des modularen Warnsystems gekommen. „Deshalb gibt es gerade Verzögerungen bei der Auslösung.“ Die App soll Nutzer vor Gefahren warnen.

          In Brandenburg hatten an verschiedenen Ecken die Sirenen geheult. In Frankfurt (Oder) und Cottbus waren um 11 Uhr Sirenen zu hören, auch in der Landeshauptstadt Potsdam wurde es in einigen Ecken laut, jedoch nicht in der gesamten Stadt. Nach Angaben der Stadt sollten rund 17 Sirenen ertönen. Über das Fernsehen, Radio und auf Twitter hatte es Durchsagen und Hinweise von Bürgern gegeben, die den Alarm zurückmeldeten.

          Für München erklärte ein Feuerwehrsprecher, es gebe in der bayrischen Landeshauptstadt seit vielen Jahren gar keine Sirenen mehr. Sie seien nach dem Ende des Kalten Kriegs nach und nach abgebaut worden. Gewarnt worden sei dafür über Warn-Apps wie Nina und Katwarn, wie auch in ganz Deutschland.

          Erstmals seit der Wiedervereinigung war um 11 Uhr der bundesweite Probealarm ausgelöst worden. Der sogenannte Warntag dient als Vorbereitung auf Gefahrenlagen wie schwere Unwetter, Überschwemmungen, Chemieunfälle oder auch Terroranschläge.

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