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Philippinen : Zahl der Toten nach Erdbeben steigt auf mindestens 90

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

Auf den Philippinen sind bei einem Erdbeben Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Die örtlichen Behörden berichten inzwischen von mindestens 90 Toten.

          Bei einem schweren Erdbeben auf den Philippinen sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Weit über 100 wurden am Dienstag auf den Visayas-Inseln verletzt, wie die Behörde für Katastrophenschutz mitteilte. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt, vielerorts brach die Stromversorgung zusammen.

          Die Nachrichtenagentur AFP berichtet unter Berufung auf Behördenangaben von mehr als 90 Toten. Allein 77 der Todesopfer seien auf der Insel Bohol, 630 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila geborgen worden, wo das Epizentrum des Bebens lag. Auf den benachbarten Inseln Cebu und Siquijor habe es insgesamt 16 Tote gegeben. Die Behörden rechneten jedoch mit weiteren Toten. Ausländische Touristen waren ersten Berichten zufolge nicht unter den Opfern.

          Das Beben ereignete sich um 8.12 Uhr Ortszeit (2.12 Uhr MESZ) und hatte eine Stärke von 7,2. Die Insel Bohol hat etwa 1,3 Millionen Einwohner und ist ein beliebtes Reiseziel. Rund drei Millionen Besucher reisen jährlich in die Region Zentral-Visayas.

          Die Schäden waren erheblich: Mehrere historische Kirchen wurden schwer beschädigt, riesige Felsbrocken krachten auf Straßen und lösten Erdrutsche aus, Brücken wurden unpassierbar und Dächer und Mauern stürzten ein, berichtete die Katastrophenbehörde vor Ort. Da die Zufahrtswege zu den am schlimmsten betroffenen Gebieten auf Bohol blockiert waren, war das gesamte Ausmaß der Zerstörung noch nicht abzusehen.

          Helfer suchen in den Trümmern nach Verschütteten. Bilderstrecke

          Tausende Menschen rannten in Panik auf die Straßen. Ein vierjähriges Mädchen wurde in einer Massenpanik in der Ortschaft Pinamungahan zu Tode getrampelt, sagte Wohlfahrtsministerin Corazon Soliman. In der Stadt Cebu mit 900.000 Einwohnern 60 Kilometer westlich des Epizentrums stürzte nach Angaben der Lokalbehörde die Decke einer Markthalle ein. In einer Sporthalle in Cebu kam es zu einer Massenpanik, bei der drei Menschen starben. Am Doctor’s University-Krankenhaus krachten Teile des Dachs herunter. Am Flughafen stürzten Deckenplatten zu Boden. Passagiere twitterten Fotos von den Schäden.

          Am Flughafen von Tagbilaran City stürzte die Decke im zweiten Stock teilweise ein, berichtete der Katastrophenschutz. Alle Flüge seien gestrichen worden. Im Hafen sei ein Terminal schwer beschädigt worden. Auf Bohol wurden die historischen Kirchen in Loboc und Baclayon erheblich beschädigt. Die Fassaden und Glockenstürme stürzten ein, ebenso an der Basilica Minore del Santo Nino in Cebu.

          Der größte Hotelkomplex auf Bohol wurde durch das Erdbeben ebenfalls stark beschädigt, wie der Chef der örtlichen Touristenpolizei sagte. Es sei aber niemand verletzt worden. Die Insel ist für die sogenannten Chocolate Hills bekannt, kegelförmige Hügel, die in der Trockenzeit eine braune Farbe annehmen.

          Nach dem heftigen Erdstoß am Morgen wurden auf den Philippinen mindestens vier Nachbeben mit einer Stärke von mehr als 5,0 gemessen. Die Inselgruppe liegt auf dem pazifischen Feuerring, an dem tektonische Erdplatten aneinander stoßen. Dies führt zu häufigen Erdbeben und Vulkanausbrüchen.

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