https://www.faz.net/-gum-8m1oe

„Nähe und Gebet“ : Papst besucht Erdbebenopfer in Amatrice

  • -Aktualisiert am

Papst Franziskus bei seinem Besuch am Dienstag im vom Erdbeben getroffenen Amatrice in Mittelitalien. Bild: AFP

Überraschend ist Papst Franziskus in das vom Erdbeben zerstörte Amatrice gereist. Er will Nähe zeigen und nimmt sich Zeit für Gespräche mit Schulkindern und Betroffenen. An die Menschen vor Ort richtet er ermutigende Worte.

          1 Min.

          Er habe nicht stören und die Aufräumarbeiten behindern wollen. Deswegen habe er etwas Zeit verstreichen lassen. Doch sofort nachdem er von dem Erdbeben gehört habe, sei ihm klar gewesen, „dass ich bei euch sein will,“ sagte Papst Franziskus am Dienstagmorgen in das Megaphon neben seinem Kleinwagen vor der Schule der zerstörten Stadt Amatrice. Am 24. August hatte ein Erdbeben im Grenzgebiet zwischen den Regionen Marken und Abruzzen 290 Menschen das Leben gekostet und drei Ortschaften fast völlig zerstört.

          Seitdem war der Besuch des Papstes erwartet worden; aber noch am Montagabend wiegelte die Polizei im Erdbebengebiet Fragen von Journalisten ab. Man habe für Freitag ein Sonderaufgebot an Sicherheitskräften geordert, hieß es weiter, und so wurde eine falsche Fährte gelegt. Der päpstliche Besuch sollte so privat wie nur möglich bleiben und nicht zur Pressefahrt werden. Statt dunklem Anzug und Krawatte trugen seine Sicherheitsleute Pullover. So erlebten nur die ohnedies am Ort arbeitenden Journalisten den Besuch des Papstes mit; und das Presseamt des Papstes verschickte Fotos.

          Franziskus sprach bei seinem Besuch mit Feuerwehrleuten, Hilfskräften und besuchte Schulkinder im Behelfsgebäude.

          Erst besuchte Franziskus die Kinder in Amatrices Behelfsschule und sprach mit ihnen. Auch begrüßte er einen Vater, der seine Frau und zwei Kinder durch das Erdbeben verloren hatte. Dann fuhr er weiter in die „Rote Zone“ der Ortschaft, wo noch Einsturzgefahr herrscht und betete schweigend inmitten einer eingestürzten Häuserzeile. Und den Bürgern sagte er später: „Wir müssen jetzt vorwärts schauen; es gibt immer eine Zukunft“. Zu viele Menschen hätten das Gebiet verlassen, so viele seien unter dem Geröll gestorben. „Nun geht voran, habt Mut, helft einander. Es ist immer besser zusammen zu gehen als allein.“ Willig stimmten die Menschen in das Rosenkranzgebet mit ein, bevor sich der Papst bedankte und weiter fuhr.

          Mit in seinem schwarzen Golf saß der Bischof von Rieti, Domenico Pompili, der die Fahrt organisiert hatte. Am Sonntag hatte der Papst auf dem Rückflug von Aserbaidschan nach Rom vor mitreisenden Journalisten gesagt, er wolle „privat, allein, als Priester, als Bischof, als Papst“ nach Amatrice reisen. „Ich möchte nahe bei den Menschen sein.“ Die Zahl der geborgenen Todesopfer in Mittelitalien bezifferte der Katastrophenschutz zuletzt mit 290. Allein in Amatrice starben nach dem aktuellen Stand 229 Menschen. Derzeit leben dort noch rund 250 Menschen in Zeltunterkünften.

          Topmeldungen

          Im Bahnhof der Stadt Hangzhou werden ankommende Passagiere aus Wuhan mit Infrarot-Thermometern untersucht.

          Coronavirus : Zahl der Toten auf 26 gestiegen

          Auch die Anzahl der Infizierten ist mit insgesamt über 800 Fällen seit gestern noch einmal deutlich angestiegen. Die Weltgesundheitsorganisation sieht dennoch bislang keinen internationalen Gesundheitsnotstand.
          Gefeiert wie ein Popstar: Heinz-Christian Strache am Donnerstagabend in Wien.

          Strache-Auftritt in Wien : „Hier steht das Original“

          Heinz-Christian Strache will in Österreich mit einer neuen „Bürgerbewegung“ in die Politik zurückkehren und seiner früheren Partei FPÖ das Leben schwer machen. Doch noch lässt er seine Anhänger zappeln – und vermeidet Festlegungen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.