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Junger Finnwal verendet : Ölpest vor der Küste Israels

Helfer säubern einen Strand südlich der Hafenstadt Haifa. Bild: AFP

Seit Tagen werden verölte Meerestiere und Teerreste an Israels Küste angespült, ein junger Finnwal verendete. Der Verdacht fällt auf eine Ölpest, die 170 Kilometer Küstenlinie verschmutzt hat. Ihre Ursache ist noch nicht gefunden.

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          Als auch noch ein junger Finnwal angespült wurde, schien klar, dass vor Israels Küste etwas nicht stimmte. Am Sonntag hat ein Veterinär der israelischen Naturschutzbehörde mitgeteilt, man habe eine schwarze Flüssigkeit in den Lungen des verendeten Tiers gefunden. Zwar sei es noch zu früh, diese Flüssigkeit in Zusammenhang mit der kleinen Ölpest zu bringen, die einhundertsiebzig Kilometer Küstenlinie zwischen Naharija und Aschkelon verschmutzt hat. „Aber es erweckt den Verdacht“, so der Veterinär nach der Untersuchung des 17 Meter langen Wals.

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Seit Tagen werden verölte Meerestiere wie Schildkröten und Fische sowie Reste von Teer angespült. Israels Ministerpräsident sowie mehrere Spitzenkandidaten der zur Wahl stehenden Parteien ließen sich am Sonntag am Strand inmitten von Helfern fotografieren, welche die Umweltschäden beseitigen wollten. Nachdem nun mehrere freiwillige Naturfreunde krank geworden sind, die bei der Beseitigung der Umweltschäden Schadstoffe eingeatmet hatten, riefen die israelischen Behörden die Bevölkerung auf, die Küste zu meiden.

          Noch wurde die Ursache der Verschmutzung nicht gefunden. Das Umweltministerium vermutet, dass die Teerreste von Öl oder Treibstoff stammten, die aus einem Schiff ausgelaufen sein könnten, das die Küste passierte. Die Suche nach dem Schiff dauerte am Sonntag an. Neun verdächtige Schiffe kämen in Frage, sagte Umweltministerin Gila Gamliel. Sie versprach, die Verantwortlichen zu finden und zu verklagen. Die Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs lokalisierte einen Ölteppich fünfzig Kilometer vor der Küste als Ursache der Verschmutzung. Die Winterstürme der vergangenen Tage hatten die Ölreste wohl angespült.

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