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In 700 Metern Tiefe : Forscher stirbt bei Tauchunfall in Höhle

  • Aktualisiert am

Höhle in Sachsen-Anhalt (Symbolbild) Bild: dpa

In der bayerischen Oberpfalz lief am Samstag eine dramatische Rettungsaktion. Ein Höhlenforscher hat sich bei Vermessungsarbeiten lebensgefährlich verletzt – in 700 Metern Tiefe.

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          In einer Höhle bei Dietfurt (Kreis Neumarkt), rund 50 Kilometer westlich von Regensburg, ist es zu einem Unfall mit Todesfolge gekommen. Wie der Bayerische Rundfunk (BR) und der „Donaukurier“ meldeten, geriet einer von vier erfahrenen Höhlenforschern in 700 Metern Tiefe in Not. Das Polizeipräsidium Oberpfalz teilte am späten Samstag den Tod des Forschers mit. Weitere Details zum Unfallhergang und dem Opfer blieben zunächst offen.

          Die Forscher waren mit einer speziellen Tauchausrüstung in den Berg eingestiegen, um neue Areale zu vermessen. Nach dem bemerkten Unfall hatte sich einer aus der vierköpfigen Gruppe auf den Rückweg gemacht, um Hilfe zu holen. Er stieg anschließend mit einer spezialisierten Höhlentaucherin wieder hinab. Auch spezialisierte Höhlentaucherteams aus Erlangen waren am Samstagabend noch unterwegs, um den verletzten Mann zu retten. Die Rettung kam jedoch zu spät.

          „Da ist eine Gruppe von Tauchern in ein Höhlensystem eingestiegen“, berichtete ein Sprecher des Polizeipräsidiums. „Einer dieser Taucher hat dann wohl gesundheitliche Probleme bekommen.“

          Die Aktion war von Anfang an kompliziert: Der Höhleneingang liegt erhöht in einem Wald, der Weg in die Tiefe führt vorbei an mehreren wassergefüllten Durchgängen, sogenannte Siphons. Bei der Höhle handelt es sich um die Mühlbachquellhöhle in der Fränkischen Alb, einer der längsten und zum Teil mit Wasser gefüllten Höhlensysteme Deutschlands.

          Insgesamt sind 200 Einsatzkräfte aus ganz Bayern vor Ort gewesen, berichtete der „BR“. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Ein Versuch, mit den Forschern eine telefonische Verbindung herzustellen, scheiterte.

          Im Jahr 2014 hatte ein Rettungseinsatz in der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden die zuvor in der Öffentlichkeit wenig bekannte Szene der Höhlenforscher ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. An Pfingsten wurde einer der zumeist ehrenamtlich Tätigen von einem Steinschlag in der tiefsten Höhle Deutschlands am Kopf getroffen. Er erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und wurde in einer elf Tage dauernden und fast eine Million Euro teuren Rettungsaktion von mehr als 700 Helfern aus 1000 Metern Tiefe wieder ans Tageslicht gebracht.

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