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„Norman Atlantic“ : Eine Deutsche kam bei Fährunglück ums Leben

Die „Norman Atlantic“ auf dem Weg zum Hafen von Brindisi Bild: AFP

Bei dem Fährunglück in der Adria ist eine Deutsche gestorben. Die „Norman Atlantic“ liegt jetzt im italienischen Hafen Brindisi. Die Staatsanwälte ermitteln. Denn womöglich wurde die Fähre überladen.

          Bei dem Fährunglück in der Adria ist eine Deutsche gestorben. Dies bestätigte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Freitagabend gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Die Unglücksfähre „Norman Atlantic“, die am Sonntag auf dem Weg von Griechenland nach Italien in Brand geraten war, liegt mittlerweile im italienischen Hafen Brindisi. Bei vorübergehend ruhigerem Seegang war sie von italienischen Schleppschiffen von der albanischen Küste nach Italien gebracht worden.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Dort sollen nun im Auftrag von Staatsanwaltschaft und Versicherungen die Fachleute das ausgebrannte Wrack untersuchen. Bis zuletzt war nicht klar gewesen, ob das Wrack überhaupt in den Hafen geschleppt werden kann, weil auch am Freitag immer noch Rauch aus den Frachträumen aufstieg. Schließlich wurde die „Norman Atlantic“ in einen abgelegenen Teil des Hafens von Brindisi gebracht.

          Unterdessen wurde bekannt, dass die italienischen Staatsanwälte ihre Ermittlungen auf zwei weitere Besatzungsmitglieder und auf zwei Repräsentanten der griechischen Reederei „Anek Lines“ ausgedehnt haben. Der Reederei wird vorgehalten, zu viele Lastwagen an Bord gebracht zu haben und diese nicht vorschriftsgemäß über das Autodeck verteilt zu haben. Auch unregistrierte Passagiere sollen an Bord gelassen worden sein, zusätzlich zu den Flüchtlingen, die als blinde Passagiere mitreisten.

          Zwischen den italienischen Staatsanwälten und den griechischen Behörden gibt es zudem noch große Unstimmigkeiten über die Zahl der Vermissten. Nach Angaben der Staatsanwälte in Bari werden mindestens 98 Personen vermisst. In Griechenland spricht man von nur 18 Vermissten. Der Grund für die Differenz seien Mehrfachnennungen von griechischen Passagieren auf der italienischen Passagierliste, weil die griechischen Namen nicht immer korrekt aus der griechischen Schrift übertragen worden seien und daher manche Personen mehrfach in der Liste auftauchten. Bislang ist der Tod von elf Insassen der Fähre bestätigt, die am Sonntag in Brand geraten war.

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