Nordsee : Fünf Tote nach Schiffskollision
Bei einer Schiffskollision vor der niederländischen Küste sind fünf Menschen ums Leben gekommen, sechs weitere werden vermisst. Angesichts der eisigen Wassertemperaturen
und der Zeit, die seit dem Unglück vergangen sei, gebe es keine Hoffnung mehr, sie noch lebend zu finden, sagte am Donnerstag der Sprecher der niederländischen Küstenwacht, Peter Verburg.
Rettungsboote, drei zum Teil mit Nachtsichtgeräten ausgestattete Helikopter und die niederländische Marine suchten in der Nacht nach Überlebenden. „Die Überlebenschancen ohne Schutzanzüge sind klein“, sagte Verburg im niederländischen Fernsehen. Gegen 2 Uhr wurde die Suche vorerst eingestellt. Bei Tagesanbruch wurde die Suche fortgesetzt, auch wenn laut Verburg die Überlebenschancen der Vermissten „gleich Null“ sind.

13 Menschen konnten derweil gerettet werden. Sie seien nicht in Lebensgefahr. „Sie hatten sich mit Rettungsflößen in Sicherheit gebracht“, sagte der Sprecher. Elf der Geretteten wurden verletzt und schwer unterkühlt in Krankenhäuser in Rotterdam und Belgien gebracht. Die Wetterbedingungen seien für die Rettung nicht ideal. „Es ist dunkel, es weht ein starker Wind und das Wasser ist kalt“, sagte Verburg.
Frachter sank in nur 15 Minuten
Gegen 19.15 Uhr war etwa 65 Kilometer vor der niederländischen Küste bei der südwestlichen Provinz Zeeland der unter der Flagge der Bahamas fahrende Auto-Frachter „Baltic Ace“ mit dem Containerschiff „Corvus J“ aus Zypern zusammengestoßen. Der Frachter sank in nur 15 Minuten. Warum es zu der Kollision kam, war zunächst nicht bekannt.

Die Schiffe waren auf einer der meistbefahrenen Schiffsrouten der Welt unterwegs. Erst in der vergangenen Woche hatte die Internationale Seefahrtsorganisation IMO neue Fahrrouten der niederländischen Regierung genehmigt, die ab August 2013 gelten sollen.
Die 23.000 Tonnen schwere „Baltic Ace“ war vom belgischen Zeebrügge auf dem Weg ins finnische Kotka. Das Containerschiff „Corvus J“ gehört zur Gesamtflotte der deutschen Reederei Jüngerhans im niedersächsischen Haren (Ems) und wurde bei der Kollision kaum beschädigt. Es kam aus dem schottischen Grangemouth und fuhr nach Antwerpen.
