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Unglück in Neuseeland : Vier Deutsche bei Vulkanausbruch auf „White Island“ verletzt

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Rettungskräfte verlassen in einem Boot „White Islands“. Laut der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Ardern gibt es keine Hoffnung mehr, nach dem Vulkanausbruch Vermisste noch lebend zu finden. Bild: dpa

Beim Vulkanausbruch in Neuseeland befanden sich laut Polizeiangaben insgesamt 47 Menschen auf der Insel, einige Schwerverletzte werden vermutlich nicht überleben. Bislang gibt es keine Erkenntnisse, dass Deutsche unter den Todesopfern sind.

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          Beim Vulkanausbruch in Neuseeland haben sich laut Polizeiangaben 47 Menschen auf „White Island“ aufgehalten, darunter vier Deutsche. Wie schwer deren Verletzungen sind, ist bislang nicht bekannt. Zu Berichten, wonach auch ein deutsches Ehepaar auf der Insel noch vermisst werde, hieß es aus dem Auswärtigen Amt: „Wir haben derzeit keine Erkenntnisse, nach denen Deutsche zu Tode gekommen sind.“ 30 Menschen seien durch den Ausbruch des Vulkans verletzt worden, 27 von ihnen erlitten schwerste Verbrennungen von mehr als 70 Prozent ihrer Körperoberfläche. Sie werden in auf Verbrennungen spezialisierten Krankenhäusern intensivmedizinisch versorgt, voraussichtlich werden nicht alle ihre schweren Verletzungen überleben, gab die Regierung bekannt.

          Der Vulkan hat bereits sechs Todesopfer gefordert, mindestens acht Menschen werden noch vermisst. Die Polizei geht inzwischen nicht mehr davon aus, Überlebende auf der Insel zu finden, die Zahl der Todesopfer würde sich damit auf 14 erhöhen. Wegen der Gefahr neuer Eruptionen blieb die Insel 50 Kilometer vor der Küste im Pazifik am Dienstag komplett gesperrt. Die Polizei hat am Dienstag Ermittlungen zum Hergang der Katastrophe eingeleitet. Dabei geht es auch um die Frage, ob Todesfälle und Verletzungen hätten vermieden werden können. Der Vulkan war seit einiger Zeit wieder verstärkt aktiv. Chef-Ermittler John Tims sagte, die Polizei wolle herausfinden, „ob jemand für Tode und Verletzungen kriminell verantwortlich ist“.

          Unter den Todesopfern sind nach Medienberichten auch zwei ausgebildete Führer, die die beiden Gruppen am Montag auf die Insel begleiteten. Die meisten Ausflügler kamen von einem Kreuzfahrtschiff und waren auf einer Tagestour. Die Hälfte der Inselbesucher stammte aus Australien. Andere Besucher kamen aus China, den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Zur Kritik an den Rettungsarbeiten sagte ein Polizeisprecher: „Wir glauben absolut, dass jeder, der am Montag von der Insel gebracht werden konnte, auch gerettet wurde.“

          Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sprach von einer „verheerenden Katastrophe“. Zur Debatte, ob sie nicht hätte verhindert werden können, meinte sie: „Wir wissen, dass es größere Fragen geben wird. Diese Fragen müssen gestellt und beantwortet werden.“

          Der Vulkan von White Island – etwa 50 Kilometer von der Küste entfernt im Pazifik - ist Neuseelands aktivster Vulkan. Trotz verstärkter Aktivität war er auch in den vergangenen Wochen immer wieder Ziel von Ausflugsbooten. Pro Jahr wird die Insel von etwa 10.000 Menschen besucht.

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