https://www.faz.net/-gum-9tenk

Hochwasser-Alarm in Venedig : Markusplatz wieder überschwemmt

  • Aktualisiert am

Wie kommt man elegant und trocken über die Straße? Fragen, die Venedig-Besucher in diesen Tagen beschäftigen. Bild: AP

Seit Tagen kämpfen die Menschen in Venedig mit den Wassermassen. Auch am Wochenende können sie nicht durchschnaufen. Bilder zeigen eine Stadt im Ausnahmezustand.

          1 Min.

          Venedig rüstet sich für die dritte schwere Überschwemmung binnen einer Woche. Am Samstag wurde zwar der Markusplatz wieder überflutet, das Ausmaß hielt sich aber in Grenzen. Für Sonntag rief das Gezeitenbüro der Kommune die höchste Warnstufe aus. Das Wasser soll demnach bis zum Mittag auf einen Stand von 160 Zentimetern steigen. Das bedeutet, dass die historische Lagunenstadt zu großen Teilen unter Wasser steht. Auch die kommende Woche soll es mit Schlechtwetter weiter gehen. Bürgermeister Luigi Brugnaro erklärte, der Schaden liege bei mindestens einer Milliarden Euro.

          Am Dienstag hatte die höchste Flut seit mehr als 50 Jahren riesige Schäden in der Unesco-Welterbestadt angerichtet. Das Wasser war auf bis zu 187 Zentimeter gestiegen. Am Freitag fluteten Wassermassen dann erneut einen Großteil der Stadt.

          Die Schulen, die in Italien eigentlich auch am Samstag geöffnet sind, blieben weiter geschlossen. Zwar öffnete der Dogenpalast am Samstag wieder. Die städtischen Museen sollten am Sonntag aber wieder schließen.

          Markusplatz am Freitag: der niedrigste Punkt der Lagunenstadt Bilderstrecke

          Die Bewohner kamen kaum zum Durchatmen. Tote Ratten schwammen im Wasser, Bewohner versuchten ihre Geschäfte und Bars zu reinigen. Bürgermeister Brugnaro rief auch zu Spenden aus dem Ausland auf. „Venedig ist der Stolz ganz Italiens, Venedig ist ein Kulturerbe für jeden, einzigartig in der Welt“, erklärte er.

          Der Kulturbeauftragte des Vatikans, Kardinal Gianfranco Ravasi, verglich die Zerstörung in Venedig mit dem Brand von Notre-Dame in Paris. Es habe damals nicht nur eine „technische Diskussion“ gegeben, sagte er laut Nachrichtenagentur Ansa. „Es gab Leute, die weinten, weil sie ein großes Symbol sterben sahen. Ich würde sagen, diese kulturelle Sensibilität müssten wir wiederholen.“

          Nicht nur Venedig kämpft seit Tagen mit Unwettern. Über quasi ganz Italien hängt eine hartnäckige Schlechtwetterfront. Schnee richtete am Freitag in Südtirol Chaos an, einige Dörfer waren abgeschnitten, weil Straßen gesperrt waren. 11.000 Menschen waren ohne Strom, wie die Südtiroler Landesverwaltung am Samstag mitteilte. Die Brenner-Zugstrecke war vorübergehend gesperrt, nachdem eine Schlamm- und Gerölllawine abgegangen war. Die Landesverwaltung warnte weiter vor Lawinenabgängen.

          Topmeldungen

          Ein regierungskritischer Demonstrant und Polizisten stoßen während eines Protests in Beirut zusammen.

          Libanon : Zusammenstöße bei Protesten in Beirut

          Kurz bevor die Beratungen zur Neubesetzung des Ministerpräsidenten-Posten beginnen, ist es in der libanesischen Hauptstadt zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.