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Beben in Nepal : Bis zu 250 Vermisste nach neuer Lawine

  • Aktualisiert am

Verwüstung: Blick ins Basislager des Mount Everest nach der ersten großen Lawine Bild: AP

Nach dem Abgang einer womöglich neuen Lawine im nepalesischen Erdbebengebiet werden bis zu 250 Menschen vermisst. Seit dem Beben werden noch 100 Deutsche vermisst; nur einer wurde bisher tot geborgen. Die Zahl der Opfer stieg auf 5000.

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          Möglicherweise seien unter den von der Lawine verschütteten Menschen ausländische Touristen, sagte Gouverneur des Bezirks Rasuwa, Uddhav Bhattarai, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Lawine habe zur Mittagszeit das Dorf Ghodatabela getroffen, das in einem Naturpark liege. Die Region nördlich der Hauptstadt Kathmandu ist bei Wanderern beliebt. „Wir versuchen sie zu retten, aber schlechtes Wetter und Regen behindern die Arbeit“, sagte Bhattarai weiter.

          Der Krisenstab im Auswärtigen Amt bemüht sich unterdessen weiter um Informationen über das Schicksal von mehr als 100 vermissten Deutschen. „Nach derzeitigem Stand haben wir die traurige Gewissheit, dass ein deutscher Staatsangehöriger unter den Todesopfern des Erdbebens in Nepal ist. Wir können zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, dass sich weitere Deutsche unter den Opfern befinden“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Dienstag. Angaben zur Zahl der Verletzten machte er nicht. Bei dem Toten handelt es sich um einen Geografie-Professor der Universität Göttingen, wie die Hochschule am Dienstag mitteilte. Er befand sich mit 15 Studenten und einem weiteren Wissenschaftler auf einer Exkursion, als die Gruppe vom Erdbeben überrascht wurde.

          Die Behörden sind überfordert

          Einige Deutsche und ihre Angehörige konnten das Land inzwischen mit Unterstützung der deutschen Botschaft in Kathmandu verlassen. Diplomaten haben einen Betreuungsstand am Flughafen der nepalesischen Hauptstadt eingerichtet. Einige deutsche Staatsbürger halten sich noch auf dem Botschaftsgelände auf.

          Am Dienstag erreichte die Hilfe auch die abgelegeneren Gebiete: Ein erster Hubschrauber aus Indien landete in dem schwer getroffenen Bezirk Gorkha, in dem die Menschen seit dem Beben am Samstag auf sich allein gestellt waren. Regierungschef Sushil Koirala räumte ein, dass die Behörden mit der Katastrophe überfordert seien.

          Bei einer Krisensitzung aller nepalesischen Parteien sagte Regierungschef Koirala, die Behörden unternähmen alles, um die Bedürftigen mit Zelten, sauberem Wasser und Lebensmitteln zu versorgen. Sie seien aber von der schieren Zahl der Hilferufe aus den entlegenen Himalaja-Dörfern überwältigt: „Von überall treffen Bitten um rasche Hilfe ein, aber wir sind nicht in der Lage, überall gleichzeitig Rettung zu organisieren, da uns Ausrüstung und Experten fehlen“, sagte er.

          Hilfszusagen aus aller Welt

          Auch Tage nach dem Beben steigt die Zahl der Opfer weiter an. Nach Angaben des nepalesischen Innenministeriums starben allein in dem Himalaja-Staat mehr als 5000 Menschen, rund hundert weitere kamen im benachbarten Indien und China ums Leben. Die Zahl der Verletzten stieg auf über 10.000. Insgesamt sind von den Auswirkungen des Bebens nach Einschätzung der Vereinten Nationen rund acht Millionen Menschen betroffen: Mehr als 1,4 Millionen seien auf Lebensmittelhilfen angewiesen, viele Menschen bräuchten aber auch Wasser oder hätten ihr Obdach verloren, erklärte die Organisation.

          Unterdessen kommen aus aller Welt weitere Hilfszusagen - unter anderem stockten die Vereinigten Staaten ihre Ersthilfe auf zehn Millionen Dollar (9,19 Millionen Euro) und Australien auf 4,7 Millionen Dollar auf. Auch die ersten Teams von internationalen Hilfsorganisationen erreichten inzwischen das Erdbebengebiet.

          Doch nach wie vor sind viele Straßen zerstört, während Hilfe aus der Luft durch das Nadelöhr Flughafen blockiert wird: Nach Angaben der japanischen Behörden versuchte ein Helferteam am Dienstag zum dritten Mal, nach Kathmandu zu gelangen. Am Vortag war seine Maschine zwei Mal von der Kontrolle des völlig überlasteten Flughafens in der nepalesischen Hauptstadt abgewiesen worden.

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