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Neu Delhi : Mindestens sechzig Tote nach Einsturz eines Wohnhauses

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Hilferufe aus den Trümmern: die Ruinen des Wohnhauses in Neu Delhi Bild: dapd

In Neu Delhi ist ein vierstöckiges Wohnhaus eingestürzt. Mindestens sechzig Menschen sind dabei ums Leben gekommen, achtzig werden noch vermisst. Heftige Regenfälle hatten die Bausubstanz geschwächt.

          Beim Einsturz eines fünfstöckigen Wohnhauses in der indischen Hauptstadt Neu Delhi sind mindestens 66 Menschen ums Leben gekommen. Der Gesundheitsminister Delhis, Kiran Walia, sagte am Dienstag, rund 130 Menschen seien verletzt worden, als das illegal errichtete Gebäude am Vorabend gegen 20 Uhr (Ortszeit) aus zunächst unbekannten Gründen in sich zusammenbrach. Die Ministerpräsidentin Delhis, Sheila Dikshit, sagte 15 Stunden nach dem Einsturz, unter den Trümmern würden weitere Opfer vermutet, die aber wohl tot seien.

          Dikshit hatte nach der Katastrophe am Montagabend gesagt: „Das Ausmaß dieser Tragödie ist beispiellos. Ich glaube nicht, dass es in der jüngeren Vergangenheit zu einer solchen Tragödie in Delhi gekommen ist.“ Nach Angaben der Behörden war das Haus - wie auch andere in der Nachbarschaft - illegal in der Nähe des Flusses Yamuna errichtet worden. Die in diesem Jahr extrem starken Monsun-Regenfälle und das darauf folgende Hochwasser beschädigten möglicherweise das Fundament. Andere Häuser in der Gegend wurden evakuiert.

          Pfusch am Bau kommt häufig vor

          Der Hausbesitzer war nach dem Einsturz nicht aufzufinden. Die Polizei erstattete Anzeige wegen Totschlags gegen ihn. Der Fernsehsender PTI berichtete, das Fundament des fünfstöckigen Gebäudes sei nur für drei Stockwerke ausgelegt gewesen. Der Bewohner Mohammad Khan, der fünf Brüder bei dem Einsturz verloren hat, sagte, das Haus habe rund 50 Zimmer gehabt. In jedem Raum hätten mindestens fünf Menschen gelebt.

          Das Fundament des Hauses soll durch die Regenfälle der letzten Tage unterspült worden sein

          Khan wartete am Dienstag im Krankenhaus darauf, seine getöteten Verwandten zu identifizieren. „Zwei Angehörige meiner Familie werden noch vermisst“, sagte er. Die meisten Bewohnern waren Arbeiter, die aus den verarmten Bundesstaaten Bihar und West-Bengalen in die Hauptstadt gekommen waren. Die Polizei schätzte, das sich 200 bis 250 Menschen in dem Haus aufhielten.

          Dikshit ordnete eine Untersuchung des Vorfalls an. In Neu Delhi sind zahlreiche Gebäude ohne die notwendigen Genehmigungen der Behörden errichet worden. Am Bau wird häufig gepfuscht.

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