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Nepal : Stufenlos

So wie auf diesem Bild wird der Mount Everest wohl nie wieder aussehen. Es fehlt ein Zacken. Bild: EPA

Nun steht es endgültig fest: Der Hillary Step am Mount Everest ist eingestürzt. Mehrere Bergsteiger bestätigten das. Was war so besonders an dieser Felsstufe?

          Laut übereinstimmender Berichte von Bergsteigern ist der Hillary Step, eine berühmte Felsstufe auf dem letzten Teil der Normalroute auf den Mount Everest, zusammengestürzt. Der Brite Tim Mosedale schrieb, nachdem er zum sechsten Mal den Everest-Gipfel erreicht hatte, auf Facebook zu einem Bild der Passage: „Der Hillary Step ist nicht mehr.“ Der nepalesische Bergführer Pema Chhiri Sherpa bestätigte den Bericht am Montag. Er war Teil einer Gruppe, die mit Fixseilen die Aufstiegsroute von Nepal aus gesichert hatte. Dabei habe er gesehen, dass der zwölf Meter hohe Felsabsatz auf etwa 8760 Metern nicht mehr existierte, berichtete er. Als Ursache wird das schwere Erdbeben in der Region im Frühjahr 2015 vermutet.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Der Hillary Step war eine der wenigen Stellen auf der Everest-Normalroute von Nepal aus, an denen tatsächlich Klettervermögen gefragt war – zumindest wenn die Seilsicherungen, die für die zahlenden Kunden der Expeditionen zu Beginn der Saison eingerichtet werden, noch nicht angebracht waren. Der Felsabsatz galt lange als letzte schwere Hürde beim Aufstieg zum Everest. Als erster Mensch hatte ihn der Neuseeländer Edmund Hillary überwunden, als ihm mit Tenzing Norgay am 29.Mai 1953 die Erstbesteigung des höchsten Bergs der Welt (8848 Meter) gelang.

          Viele Erfolge, einige tödliche Unglücke

          Der Hillary Step war gefürchtet, weil sich dort an guten Gipfeltagen bei schönem Wetter oft lange Warteschlangen durch entkräftete Bergsteiger bildeten, die nur noch sehr langsam durch die Passage vorankamen.Besonders für Alpinisten, die ohne Flaschensauerstoff unterwegs waren, konnte das in der extremen Höhe gefährlich werden und das Ende aller Gipfel-Ambitionen bedeuten.

          Wie sich die Situation nun verändern wird, ist offen. Zur Zeit verläuft der Aufstieg offenbar über einen Schneekamm, der sich an der Stelle gebildet hat. „Keine Ahnung, was passiert, wenn sich die Schneewächte nicht formt, denn die riesigen Felsblocken, die nun kreuz und quer dort verstreut sind, werden ziemlich schwer zu überwinden sein“, schrieb Mosedale. Zuletzt war am Hillary Step oft ein Aufstiegs- und ein Abstiegsfixseil verlegt worden, um die Gefahr von Warteschlangen zu reduzieren. Das dürfte sich nun als schwieriger erweisen.

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          In den vergangenen Tagen hatten Dutzende Bergsteiger den Gipfel des Everest erreicht. Es kam aber auch zu einigen tödlichen Unglücken. In der Nähe des Südgipfels (8750 Meter) starb ein slowakischer Bergsteiger an der Höhenkrankheit. Auf der tibetischen Nordroute kam ein höhenkranker Australier auf dem Abstieg um. Ein vermisster indischer Bergsteiger wurde am Montag nahe des Südgipfels tot entdeckt.

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