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Das polnische Rettungsteam auf dem Weg zu den Bergsteigern am Nanga Parbat. Bild: AFP

Am Nanga Parbat in Not geraten : Dramatische Rettung am Schicksalsberg

  • -Aktualisiert am

Zwei Bergsteiger sind am Nanga Parbat, dem gefährlichsten Berg der Welt, in Not geraten. Ihre Rettung war ein Wettlauf gegen die Zeit, den nur eine Bergsteigerin gewann.

          Die dramatische Rettung der am Nanga Parbat (8125 Meter) in Not geratenen Französin Elisabeth Revol hat ein gutes Ende gefunden. Nach dem Abstieg durch die Diamr-Flanke konnte sie nach am Sonntag von einem Platz in der Nähe des Basislagers mit dem Hubschrauber in die pakistanische Stadt Skardu gebracht werden. Revol hatte in den vergangenen Tagen per Textnachrichten immer wieder über ihre verzweifelte Lage informiert und um Rettung gebeten.

          Um ihr zu Hilfe zu kommen, waren ihr am Samstag Adam Bielecki und Denis Urubko, zwei der besten Winter-Höhenbergsteiger der Welt, in phänomenal kurzer Zeit 1200 Höhenmeter in anspruchsvollem Gelände entgegen gestiegen. Am Samstag gegen 22 Uhr mitteleuropäischer Zeit stießen die Retter in einer Höhe von rund 6200 Metern auf Revol.

          Es war ein Rennen gegen die Zeit. Für den Sonntag war eine deutliche Wetterverschlechterung prognostiziert worden. Bielecki und Urubko waren neben Piotr Tomala und Jaroslaw Botor am Samstagvormittag von zwei Hubschraubern an den Fuß des Nanga Parbat gebracht worden, von wo aus sie am frühen Nachmittag auf der Kinshofer-Route durch die Diamir-Flanke aufstiegen. Die vier Retter sind Teilnehmer der polnischen Expedition, die seit Anfang des Jahres am K2 unterwegs ist, um den 8611 Meter hohen Berg wintererstzubesteigen, und deshalb gut an die Höhe gewöhnt.

          „Die Chancen, Tomek zu erreichen, sind praktisch null“

          Keine Hoffnungen gibt es mehr für Tomek Mackiewicz, mit dem Revol vor zwei Wochen vom Nanga-Parbat-Basislager aufgebrochen und seither bei Temperaturen um minus 40 Grad in Höhen über 5000 Meter unterwegs war. Aufgrund von Höhenkrankheit und Erfrierungen konnte Mackiewicz den Abstieg nicht selbständig fortsetzen und blieb in 7200 Metern Höhe zurück. Bereits am Freitag hieß es, Mackiewicz sei gestorben und Revol deshalb alleine abgestiegen. In einem Interview mit dem polnischen Fernsehsender tvn24 sagte Adam Bielecki am Freitag: „Angesichts der Wetterlage sind die Chancen, Tomek zu erreichen, praktisch null.“

          Der Nanga Parbat gilt als der gefährlichste Berg der Welt. Immer wieder kehren Bergsteiger vom Versuch, den Gipfel zu erreichen, nicht zurück.

          Unterdessen wurde am Samstag auf dem Facebook-Profil von Tomek Mackiewicz erklärt, er und Revol hätten den Gipfel des Nanga Parbat erreicht. Es wäre die zweite erfolgreiche Winterbesteigung des Berges. Revol wäre damit nach Marianne Chapuisat die zweite Frau, die den Gipfel eines Achttausender am Winter erreicht hat. Eine Bestätigung dafür gibt es aber noch nicht.

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