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Nach dem Erdbeben : Hilfe für Haiti läuft an

  • Aktualisiert am

Nach dem schweren Beben ist Haiti dringend auf Hilfe angewiesen Bild: AFP

Nach dem verheerenden Erdbeben von Haiti haben Hilfsorganisationen aus aller Welt damit begonnen, Gelder und Hilfslieferungen bereitzustellen. Auch zahlreiche Länder schicken Hilfsteams in die Karibik, um vor Ort zu helfen.

          Nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti haben Hilfsorganisationen und Länder aus aller Welt damit begonnen, Gelder und HIlfslieferungen für das Land bereitzustellen. Das Kinderhilfswerk Unicef stellte 100.000 Euro Soforthilfe bereit und will nach eigenen Angaben Hilfsgüter für die medizinische Versorgung der Erdbebenopfer zur Verfügung stellen. Man werde Schutzzonen für Kinder einrichten und aus der benachbarten Dominikanischen Republik Zusatznahrung für die Kleinen beschaffen, kündigte das Hilfswerk am Mittwoch an. Auch die Rot-Kreuz-Föderation, der die Rot-Kreuz- und Roter-Halbmond-Gesellschaften angehören, kam noch am Mittwoch zu einer Krisensitzung zusammen, wie Sprecher Jean-Luc Martinage in Genf mitteilte. „Notvorräte sind in Haiti gelagert. Sie ermöglichen es, 3000 Familien drei bis vier Tage zu versorgen, aber wir müssen sehr schnell Hilfsmaterial aus unserem Regionalzentrum in Panama liefern“, sagte Martinage. Die Naturkatastrophe erfordert nach Einschätzung der Organisation einen „massiven internationalen Hilfseinsatz“.

          Auch deutsche Entwicklungsorganisationen bereiten bereits erste Hilfsmaßnahmen vor. So kündigten die Hilfsorganisationen Malteser und Medeor an, Nothilfe-Pakete nach Haiti zu senden. Das Maltesernetzwerk versorge die Erdbebenopfer medizinisch und stelle die Wasserversorgung sicher. Zudem werde das einzige Krankenhaus in der Region unterstützt, teilte der Malteser Hilfsdienst am Mittwoch in Köln mit. Zudem bereite man die Entsendung eines Hilfsteams vor. Auch das Hilfswerk Medeor hat ein Hilfspaket nach Haiti entsandt: Medizinische Hilfe für 30.000 Menschen sei darin enthalten. Zudem wurde die Duisburger Hilfsorganisation ISAR um Unterstützung gebeten, um bei der Rettung von Verschütteten zu helfen. Die Kindernothilfe stellt nach eigenen Angaben 50.000 Euro Soforthilfe bereit und ruft zu Spenden auf. Die Organisation aus Duisburg fördert dort demnach mehr als 5000 Kinder in sechs Projekten und ist mit einem Büro in Port-au-Prince vertreten.

          Zahlreiche Spendenaufrufe

          Die kirchlichen Hilfswerke Caritas und Adveniat wollen nach dem Erdbeben auf Haiti ebenfalls schnelle Hilfe leisten. Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat stellt 20.000 Euro Soforthilfe bereit, wie die Organisation am Mittwoch in Essen mitteilte. „Unsere Projektpartner haben einen guten Überblick, in welchen Gemeinden die Schäden am größten sind“, sagte Adveniat-Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka. Die Caritas im Ruhrbistum ruft zu Spenden auf, um Hilfsgüter zu beschaffen. Es gebe eine gut funktionierende Caritas auf Haiti, die vom Auslandsdienst der amerikanischen Caritas CRS unterstützt werde.

          Im Logistikzentrum vom Roten Kreuz am Flughafen Berlin-Schönefeld laufen die Vorbereitungen für die Hilfslieferungen

          Auch zahlreiche Länder zeigten sich betroffen von der Katastrophe und versprachen rasche Hilfe. Die Bundesregierung stellte eine Million Euro als Soforthilfe bereit, wie Bundesaußenminister Westerwelle am Mittwoch sagte. Überdies sei ein Krisenstab eingerichtet worden.

          Italien wollte noch am Mittwoch ein Flugzeug mit einem Notarztteam und einem Feldkrankenhaus nach Haiti schicken. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, sei das Außenministerium dabei, gemeinsam mit dem Zivilschutz und dem Roten Kreuz Erste-Hilfe-Aktionen für das Erdbebengebiet zu organisieren. An Bord des C-130-Fliegers werde neben den Ärzten eine Gruppe des italienischen Zivilschutzes mitreisen. Die Rettungskräfte sollten in Zusammenarbeit mit den haitianischen Behörden den weiteren Bedarf an Hilfsgütern und Helfern klären, hieß es.

          Großbritannien sandte noch am Mittwoch ein Hilfsteam nach Haiti, um die Lage zu beurteilen. Die britische Regierung sei „zutiefst besorgt“ über den Ausmaß des Erdbebens, teilte das Entwicklungshilfeministerium in London mit. Es gebe aber noch „kein klares Bild“, was das Land an Hilfsgütern brauche. Über Nacht sei deshalb ein Team des Ministeriums mobilisiert worden, um in den Karibikstaat zu fliegen. „Wir stehen für jede humanitäre Hilfe bereit“, sagte der Sprecher.

          Spenden für Haiti

          Spenden für die Opfer von Haiti nehmen zahlreiche Hilfsorganisationen entgegen:

          Aktion Deutschland Hilft:
          Stichwort: Erdbeben Haiti, Spendenkonto 10 20 30, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00
          Spendenhotline: 0900 55 102030 oder Online: www.aktion-deutschland-hilft.de

          Unicef
          Stichwort „Haiti“, Konto 300 000, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00

          Kindernothilfe:
          Stichwort „Erdbeben Haiti“, Kindernothilfe-Konto: 45 45 40, KD Bank eG: BLZ 350 601 90

          Caritas:
          Stichwort „Haiti“, Konto: 14400, BLZ 360 60 295

          Misereor
          Stichwort: Erdbeben Haiti, Spendenkonto 10 10 10, Pax-Bank Aachen, BLZ 370 601 93, www.misereor.de

          Humedica:
          Stichwort „Erdbeben Haiti“, Konto 47 47, BLZ 734 500 00, Sparkasse Kaufbeuren

          Ärzte ohne Grenzen
          Stichwort „Haiti und andere“, Konto 97 0 97, BLZ 370 205 00, Bank für Sozialwirtschaft

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