https://www.faz.net/-gum-a4koa

Mutmaßliches Autorennen : Raser offenbar nicht Auslöser des Unglücks auf der A66

Nach einen mutmaßlichen Autorennen: Feuerwehrfahrzeuge stehen bei einem ausgebrannten Fahrzeug auf der Autobahn 66. Bild: dpa

Ein Spurwechsel eines anderen Fahrers hat wohl den tödlichen Unfall auf der A66 unweit von Frankfurt verursacht. Zuvor standen die Beteiligten eines mutmaßlichen illegalen Rennens im Fokus. Derweil lässt ein neuer Vorfall in Frankfurt aufmerken.

          2 Min.

          Der tödliche Unfall auf der A66, bei dem am 10.Oktober eine 71 Jahre alte Frau starb, ist den neuesten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt zufolge gar nicht von den Sportwagenfahrern ausgelöst worden, die sich dort mutmaßlich ein illegales Autorennen lieferten. Wie eine Sprecherin der Behörde der F.A.Z. sagte, wird inzwischen gegen einen anderen Autofahrer wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Genauere Angaben zur Person wollte sie am Montag noch nicht machen.

          Anna-Sophia Lang

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die neuen Erkenntnisse, die auch zur Aufhebung des Haftbefehls gegen die zwei in Untersuchungshaft befindlichen Lamborghini- und Porsche-Fahrer geführt haben, stützen sich auf den Bericht eines Sachverständigen und ein Video, das einem Verteidiger zugespielt worden war. Laut der Sprecherin präsentierte der Sachverständige vor den Ermittlern am Freitagnachmittag eine Unfallrekonstruktion, derzufolge der 29 Jahre alte Lamborghini-Fahrer Navid F. die Kollision mit der unbeteiligten Skoda-Fahrerin nicht verschuldet haben konnte. Dieses Gutachten deckte sich mit dem Video.

          Verdacht auf Mord fällt weg

          Demzufolge fuhr der Sportwagen auf der linken Spur und ein weiterer Autofahrer in der Mitte. Dieser sei dann plötzlich nach links gezogen, woraufhin der Lamborghini auszuweichen versuchte, was aber nicht gelang. Dadurch prallte er erst gegen die Mittelleitplanke und kollidierte anschließend mit dem Wagen der Einundsiebzigjährigen, der zu brennen begann. Die Frau starb an der Unfallstelle, weitere Autofahrer wurden teils schwer verletzt.

          Damit fällt für Navid F. und seinen Mitbeschuldigten der bedingte Tötungsvorsatz weg. Gegen sie wird nun nicht mehr wegen des Verdachtes des Mordes aus niedrigen Beweggründen und mit gemeingefährlichen Mitteln ermittelt, sondern wegen des Verdachts illegaler Fahrzeugrennen. Angaben haben beide laut Staatsanwaltschaft noch nicht gemacht. Zu erwarten sind offenbar schriftliche Stellungnahmen, nachdem sie Akteneinsicht genommen haben. Zu dem mutmaßlichen dritten Beteiligten, dem 34 Jahre alten Ramsy Azakir, gibt es derzeit nichts Neues. Er sei weiter flüchtig, so die Sprecherin. Hinweise aus der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ würden noch ausgewertet.

          In Frankfurt hat die „Kontrolleinheit Autoposer, Raser und Tuner“ (KART) der Polizei unterdessen schon wieder zwei Männer wegen des Verdachts eines illegalen Rennens angehalten. Die 19 und 18 Jahre alten Fahrer waren gegen 20 Uhr mit einem Porsche Cayenne und einem VW Golf mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde auf dem Anlagenring unterwegs. An den Ampeln hielten sie nebeneinander an und gaben bei Grün jeweils Gas, auch in Kurven. Zwischendurch gaben sie sich laut Polizei Handzeichen. Die Beamten beschlagnahmten daraufhin beide Autos und Führerscheine. Der Achtzehnjährige besaß seine erst seit einem Monat.

          Verdacht auf illegales Autorennen in Frankfurter Innenstadt

          Zwei junge Männer sollen sich in der Frankfurter Innenstadt ein illegales Autorennen geliefert haben. Die Fahrer im Alter von 18 und 19 Jahren waren einer Streife am Sonntagabend aufgefallen, als sie mit hoher Geschwindigkeit mit ihren hochmotorisierten Autos durch die Stadt rasten, wie die Polizei am Montag mitteilte. An Ampeln sollen die beiden Fahrer nebeneinander angehalten und beim Umschalten auf Grün Gas gegeben haben. Im Bereich einer 50er-Zone stellten die Beamten demnach eine Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde fest.

          Die Polizei nahm den beiden Männern die Führerscheine ab und beschlagnahmte die Autos als Beweismittel. Bei einem der Autos handelt es sich laut Polizei um einen Mietwagen. Ermittelt werde wegen des Verdachts auf ein illegales Autorennen. (dpa)

          Topmeldungen

          Wachstumsgeschichte: Die Eschborner „Skyline“ entstand nach dem neuen Rathaus und der „kleinen Ortsumgehung“ Rödelheimer Straße.

          Eschborn : Vom „armen Kaff“ zur Boomtown

          Ein Trip durch Amerika war der Ausgangspunkt für den Aufstieg des kleinen Frankfurter Nachbarn Eschborn. Ein Mann hat maßgeblich dafür gesorgt, dass aus einem Dorf eine wohlhabende Kommune geworden ist.
          Künstliches Licht: Indoor-Farming ist energieintensiv.

          Essen aus der Stadt : So könnte die Ernährung der Zukunft aussehen

          Die meisten Lebensmittel werden über Hunderte Kilometer transportiert, bevor sie bei uns auf dem Teller landen. Urbane Landwirtschaft will das ändern – und eine Antwort auf den wachsenden Hunger auf der Welt finden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.