https://www.faz.net/-gum-rx3y

Montenegro : Staatstrauer nach Zugunglück mit 44 Toten

  • Aktualisiert am

Noch immer ist unklar, wieviele Menschen ums Leben kamen Bild: REUTERS

Es war die schwerste Zugkatastrophe in der Geschichte des Landes. Drei Tage lang wird Montenegro um die 41 Opfer trauern. Im Land ist ein politischer Streit um die Verantwortung für das marode Streckensystem ausgebrochen.

          1 Min.

          Nach dem schwersten Eisenbahnunglück in der Geschichte Montenegros hat die Regierung drei Tage Staatstrauer angeordnet. 44 Menschen wurden getötet und 198 weitere verletzt, nachdem ein Regionalzug am Montag in der Nähe der Hauptstadt Podgorica entgleist war und vier Waggons in die 50 Meter tiefe Moraca-Schlucht stürzten.

          Wie der Klinikdirektor Miodrag Djurovic am Dienstag berichtete, befinden sich noch mindestens 14 Personen in Lebensgefahr. Unter den Verletzten befinden etwa 75 Kinder. Offenbar waren in dem Zug viele Familien, die aus den Skiferien zurückkehrten. Die Bergungsarbeiten sind inzwischen weitgehend abgeschlossen.

          Opposition fordert Rücktritt der Regierung

          Die Opposition hat den Rücktritt der gesamten Regierung verlangt, die für den schlechten Zustand der Bahnstrecke verantwortlich sei. Die Regierung lehnte das mit der Begründung ab, Eisenbahnunglücke ereigneten sich auch in wirtschaftlich weiterentwickelten Staaten. Allerdings reichten Verkehrsminister Andrija Lompar und Eisenbahnchef Ranko Medenica ihren Rücktritt ein, hieß es.

          Rettungskräfte kümmern sich um Verletzte
          Rettungskräfte kümmern sich um Verletzte : Bild: AP

          „Die ganze Nation wurde mobilisiert, um Leben zu retten“, sagte Ministerpräsident Milo Djukanovic, der zusammen mit Präsident Filip Vujanovic am Montag zur Unfallstelle geeilt war. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Blut zu spenden. Ein Überlebender sagte, er sei in einem Waggon gewesen, der nicht entgleist und in einem Tunnel stehengeblieben sei. „Wir hatten Glück, wegen des Tunnels“, fügte er hinzu. Es sei der letzte Waggon des Zugs gewesen. Die vorderen Wagen habe es härter getroffen. Viele Menschen hätten in Panik geschrieen.

          Bahntrasse besonders gefährlich

          Ein Untersuchungsrichter hat unterdessen mit der Untersuchung der Unglücksursache begonnen. Zunächst sei der ebenfalls verletzte Lokführer befragt worden. Nach Berichten weiterer Überlebender hatte der Zug kurz vor dem Unglück mit technischen Schwierigkeiten angehalten, war dann aber weitergefahren.

          Die Bahntrasse im gebirgigen Hinterland der Adriaküste gilt als besonders gefährlich, weil in den vergangenen Jahrzehnten nur das Notdürftigste repariert wurde. Im Februar letzten Jahres war ganz in der Nähe ein Güterzug entgleist und abgestürzt. Der Lokführer war dabei ums Leben gekommen.

          Topmeldungen

          Neuer Impfstoff, neue Hoffnung: Eine Mitarbeiterin in London arbeitet am Novavax-Vakzin.

          Vakzin Novavax : Der Impfstoff für Impfskeptiker

          An Impfstoffen gegen das Coronavirus wird weiterhin intensiv geforscht. Der neue Hoffnungsträger von Novavax könnte sogar eine neue Zielgruppe erreichen – denn statt auf mRNA setzt er auf sogenannten Totimpfstoff.

          Zu Gast bei Farage : Trump wirft Johnson „riesigen Fehler“ vor

          Donald Trump ist auf GB News bei Nigel Farage zu Gast. Er ätzt dort über Windräder, Herzogin Meghan und den vermeintlich nach links gerückten britischen Premierminister Boris Johnson.

          Spezialschulen für IT : Russlands Hort für Hochbegabte

          Unter jungen Russen sind IT-Berufe sehr beliebt. Die besten von ihnen werden an Spezialschulen ausgebildet. Die Anforderungen dort sind hart, der Stundenplan eng getaktet. Später verlassen viele Absolventen ihr Land.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.