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In Nordkalifornien : Mindestens fünf Tote bei rätselhaftem Autounfall an Pazifikklippe

  • -Aktualisiert am

Polizisten am Unfallort in Kalifornien Bild: AP

Die Leichen von Jennifer Hart, ihrer Ehefrau Sarah Hart und drei Adoptivkindern wurden nach dem Sturz eines Geländewagens von einer Klippe gefunden. Von drei weiteren Adoptivkindern fehlt jede Spur.

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          Nach dem Sturz eines Geländewagens von einer Klippe in Nordkalifornien, bei dem zwei Mütter und mindestens drei ihrer Adoptivkinder unter rätselhaften Umständen ums Leben kamen, haben die Ermittler begonnen, den Datenschreiber des Autos auszuwerten. Spaziergänger hatten den zerstörten Wagen am Montag an der Pazifikküste in der Nähe von Westport entdeckt. Die Leichen von Jennifer Hart und ihrer Ehefrau Sarah Hart wurden aus dem Wrack geborgen. Die Leichen ihrer Adoptivkinder Markis, Jeremiah und Abigail wurden am Fuß der Klippe, etwa 35 Meter unterhalb der Küstenstraße Pacific Coast Highway, gefunden. Von drei weiteren afroamerikanischen Adoptivkindern des weißen Paars, die nach ersten Ermittlungen ebenfalls in dem Geländewagen saßen, fehlt weiterhin jede Spur.

          Da die Ermittler auf der Klippe keine Bremsspuren fanden, schlossen sie nicht aus, dass die 39 Jahre alte Fahrerin Jennifer Hart das Auto absichtlich in die Tiefe lenkte. Am vergangenen Freitag hatten Mitarbeiter des Jugendamtes das Haus der Familie in Woodland im Bundesstaat Oregon aufgesucht. Nachbarn hatten die Behörden verständigt, nachdem der 15 Jahre alte Adoptivsohn Devonte der Eheleute immer wieder um Essen gebettelt hatte. Wie der Junge den Nachbarn sagte, bestraften Jennifer und Sarah Hart ihre Adoptivkinder durch den Entzug von Lebensmitteln.

          Schon einige Tage nach dem Umzug der Familie nach Woodland im vergangenen Sommer war Devontes 14 Jahre alte Adoptivschwester nachts bei den Nachbarn vorstellig geworden. Das Mädchen berichtete damals, von ihren Müttern festgehalten zu werden. Jennifer Hart und ihre Ehefrau Sarah sollen die sechs Adoptivkinder im Alter von zwölf bis 19 Jahren zuhause unterrichtet haben. Die Kinder durften angeblich auch bei gutem Wetter nur selten im Garten spielen.

          Ihre Mütter waren den Behörden an einem früheren Wohnort im Bundesstaat Minnesota schon vor einigen Jahren aufgefallen, als eine ihrer Adoptivtöchter über heftige Schmerzen klagte. Nach der Untersuchung des sechs Jahre alten Mädchens gab Sarah Hart zu, es bei einem Wutanfall misshandelt zu haben. Ein Gericht verurteilte die Neununddreißigjährige damals zu Sozialstunden und einer Bewährungsstrafe. Viele Amerikaner erinnert der Fall der als „Hart Tribe“ bekannten Familie an die Eheleute Louise und David Turpin. Die Polizei hatte das Paar im Januar im kalifornischen Perris nach dem Notruf einer Tochter verhaftet. Wie sich herausstellte, hatten die streng religiösen Eheleute ihre 13 unterernährten Kinder jahrelang an Betten gekettet und gequält. Da sie den Nachwuchs angeblich zuhause unterrichteten, war der Missbrauch weder Nachbarn noch Behörden aufgefallen.

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