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Unglück in Burma : Mehr als 160 Opfer nach Erdrutsch in Jade-Mine

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Rettungskräfte bergen die Opfer bei einem Einsatz nach einem Erdrutsch in Hpakant, Burma. Bild: dpa

Einen Tag nach dem Erdrutsch in einem Jade-Bergwerk in Burma ist die Zahl der Toten auf mindestens 166 gestiegen. Der starke Monsunregen erschwert die Bergungsarbeiten – und Dutzende weitere Personen werden noch vermisst.

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          Nach einem Erdrutsch in einer Bergbauregion in Burma ist die Zahl der Toten auf mindestens 166 gestiegen. Das teilte die Feuerwehr auf Facebook mit. Bei dem Unglück am Donnerstag hatten Arbeiter in einer Abraumhalde der örtlichen Jade-Minen nach den wertvollen grünen Steinen gesucht, als sie von den Schlammmassen begraben wurden. Der starke Monsunregen, der den Erdrutsch ausgelöst hatte, erschwert laut Behördenangaben nun auch die Bergungsarbeiten. Mindestens 70 Menschen hätten bislang verletzt aus dem Schlamm gerettet werden können, sagte ein Parlamentsabgeordneter des Unglücksortes Hpakant.

          Unterdessen gingen die Behörden von weit über 200 Todesopfern aus, da Dutzende weitere Personen noch vermisst würden. Die Hälfte der Todesopfer sei noch nicht identifiziert worden. Ungewöhnlich heftige Regenfälle hatten die Überschwemmungen und Schlammlawinen am Donnerstag ausgelöst.

          Das arme Burma ist einer der weltgrößten Lieferanten der grünen Schmucksteine, die besonders in China beliebt sind. Aus der Region des Unglücksortes im Norden des Landes kommen die meisten davon. Die Branche ist kaum reguliert, tödliche Unfälle kommen immer wieder vor. In den Minen schuften schlecht bezahlte Arbeiter, darunter viele Migranten. Sie hausen unter erbärmlichen Bedingungen an den Berghängen und suchen oft auch auf gut Glück nach Jade. Das Unglück am Donnerstag war das schlimmste seit über fünf Jahren.

          Menschenrechtler werfen den am Jade-Geschäft beteiligten Firmen sowie der Regierung vor, beim Schutz für die Arbeiter versagt zu haben. „Die Regierung hat die fortgesetzten illegalen und räuberischen Bergbaupraktiken in Hpakant ignoriert, obwohl sie versprochen hatte, den gefährlichen Sektor zu reformieren“, erklärte die auf Rohstoffen in Konflikten spezialisierte Organisation „Global Witness“. Das Multi-Milliarden-Dollar-Geschäft werde von mächtigen, mit Burmas Militär verbundenen Firmen, deren Kumpanen und bewaffneten Gruppen dominiert. Allein 2014 betrug demnach der Wert der dort abgebauten Jade bis zu 31 Milliarden amerikanische Dollar.

          Der Kachin-Staat ist zugleich eine Konfliktregion: Im Juni 2011 hatte Burmas Militär einen 17 Jahre alten Waffenstillstand mit den Rebellen der „Kachin-Unabhängigkeitsarmee“ gebrochen. Letzteren wird vorgeworfen, ihre Kämpfe ebenfalls mit Geldern aus dem Handel mit Jade zu finanzieren.

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