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Flugzeug in Flammen : 41 Tote bei Notlandung in Moskau

  • Aktualisiert am

Das brennende Flugzeug auf dem Rollfeld des Moskauer Flughafens Scheremetjewo Bild: Riccardo Dalla Francesca/dpa

Bei einer Notlandung auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo sind 41 Menschen gestorben – mehr als die Hälfte aller Passagiere. Die Aeroflot-Maschine hatte Feuer gefangen.

          Bei einem der schwersten Flugzeugunglücke in Moskau seit Jahren sind 41 Menschen ums Leben gekommen – in einer brennenden Maschine des Typs Suchoi Superjet-100. Unter ihnen sind auch mindestens zwei Kinder. Zuvor war von 13 Todesopfern die Rede gewesen. Von den insgesamt 78 Insassen der Aeroflot-Maschine seien 37 am Leben, teilte das staatliche Ermittlungskomitee am Sonntagabend mit.

          Bilder zeigen, wie die in Flammen stehende Maschine der Gesellschaft Aeroflot auf der Landebahn des Flughafens Scheremetjewo rollt. Schwarzer Rauch steigt auf. Das Flugzeug war unterwegs nach Murmansk im Norden Russlands.

          Mehrere Menschen tragen bei dem Unglück schwerste Verletzungen davon, wie Einsatzkräfte berichten. Die Ursache für die Havarie ist zunächst unklar. Scheremetjewo gilt als der größte und sicherste Flughafen Russlands.

          Medien berichteten von einem möglichen Motorschaden. Es gab auch Berichte, nach denen ein Blitz in die Maschine eingeschlagen habe. Möglicherweise habe es an Bord auch ein Problem mit der Elektrik gegeben. Als das Flugzeug aufprallte, platzte nach ersten Erkenntnissen der Ermittler auch der voll befüllte Treibstofftank. Blitzschnell breitete sich das Feuer aus. Der hintere Teil der Maschine stand komplett in Flammen. Dicke Rauchwolken stiegen in den Himmel.

          Nach Ursache wird noch ermittelt

          Es werde in mehrere Richtungen ermittelt, sagte Swetlana Petrenko vom staatlichen Ermittlungskomitee der Agentur Interfax. „Klare Ergebnisse zu den Gründen und Umständen des Flugunglücks werden nach allumfänglichen Untersuchungen auf Grundlage der Ermittlungsdaten vorgelegt“, sagte sie.

          Kremlchef Wladimir Putin ordnete eine gründliche Aufklärung an. Er und Regierungschef Dmitri Medwedew sprachen den Angehörigen der Todesopfer ihr Beileid aus. Den Überlebenden sicherten sie Hilfe zu.

          Die Maschine war rund eine halbe Stunde nach dem Start notgelandet, der Pilot gab mindestens ein Signal, dass es technische Probleme gibt. Der erste Versuch einer Notlandung sei misslungen, sagte eine nicht näher benannte Quelle der Nachrichtenagentur Interfax. Beim zweiten Mal habe dann erst das Fahrwerk und dann die Spitze des Flugzeugs den Boden berührt. Dabei habe es Feuer gefangen. Ersten Erkenntnissen zufolge brach auch der Funkkontakt ab. Die Piloten konnten sich retten.

          Dieses Videostandbild, das von dem Nutzer @artempetrovich auf Instagram zur Verfügung gestellt wurde, zeigt ein russisches Passagierflugzeug, das Feuer gefangen hat und zu dem Flughafen Scheremetjewo zurückkehren musste.

          Auf dem Flughafen Scheremetjewo spielten sich dramatische Szenen ab. Dutzende Rettungswagen waren im Einsatz, um die über Notrutschen geretteten Menschen zu versorgen. Die russische Flugsicherung leitete mehrere Maschinen zu anderen Flughäfen der Hauptstadt um.

          Die Flugaufsichtsbehörde schickte Experten nach Scheremetjewo, um die Unglücksursache zu untersuchen. Sie sollten auch prüfen, ob die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden. Auch Kriminalbeamte waren im Einsatz, wie die Behörden mitteilten.

          Rückschlag für Flugzeugtyp Suchoi Superjet

          Der Suchoi Superjet-100 (SSJ-100) ist der Stolz der russischen Luftfahrt, die erste Neuentwicklung seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor gut 30 Jahren. Seit 2011 sind die Maschinen im Einsatz. Immer wieder gab es Berichte über Pannen und Zwischenfälle. Doch ein vergleichbares Unglück hat es mit dem Flugzeugtyp bisher nicht gegeben.

          Der Verkauf läuft schleppend – vor allem international hatte Russland auf einen Absatz der Mittelstreckenflugzeuge gehofft. Die nun verunglückte Maschine war 2017 in Betrieb genommen worden, im April war die letzte Inspektion, wie die Agentur Tass unter Berufung auf Luftfahrtkreise meldete. Die staatliche Fluggesellschaft Aeroflot hatte erst im vergangenen Herbst den Kauf von weiteren 100 Jets des Typs angekündigt.

          In Russland kommt es immer wieder zu schweren Zwischenfällen im Luftverkehr und zu Unglücken mit vielen Toten. Beim Absturz eines russischen Passagierflugzeugs vom Typ Antonow starben im Februar vorigen Jahres in Nähe von Moskau 71 Menschen. Die Maschine vom Typ An-148 der Fluggesellschaft Saratow Airlines war nach dem Start vom Hauptstadt-Flughafen Domodedowo vom Radar verschwunden. Die Maschine zerschellte auf einem Feld im Bezirk Ramenskoje südöstlich von Moskau. Im September wurden 18 Menschen bei der Notlandung eines Flugzeuges in der Schwarzmeerstadt Sotschi verletzt.

          Ausgebrannte Aeroflot-Maschine: Ungefähr die Hälfte des Rumpfes hat Feuer gefangen.

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