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Migration : Mehr als 50 Tote bei Bootsunglück

  • Aktualisiert am

Seenotretter im Mittelmeer Bild: dpa

Vor der westafrikanischen Küste ist ein Schiff mit rund 150 Migranten gesunken. Dutzende Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben.

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          Bei einem Bootsunglück vor der westafrikanischen Küste sind nach Berichten der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mindestens 58 Menschen ums Leben gekommen. An Bord seien Überlebenden zufolge mindestens 150 Männer, Frauen und Kinder aus Gambia gewesen. 83 Migranten hätten sich an Land retten können. Das Boot sank am Donnerstag auf dem Weg nach Norden vor Mauretanien.

          Die Reise begann nach Berichten der Überlebenden bereits am Mittwoch vergangener Woche in Gambia. Als sich das Schiff der mauretanischen Küste genähert habe, sei der Treibstoff knapp geworden.

          Der westafrikanische Kleinstaat Gambia zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Auf der Suche nach einem Auskommen versuchen viele Gambier auf lebensgefährlichen Wegen, nach Europa zu gelangen. Die Hälfte der zwei Millionen Einwohner lebt nach Angaben der Bundesregierung in extremer Armut. Laut IOM hätten schon mehr als fünf Prozent der Bevölkerung Gambia verlassen.

          Rettungsschiffe erreichen Italien

          Zuvor hatten am Mittwoch die Rettungsschiffe „Alan Kurdi“ und „Ocean Viking“ mit insgesamt 121 Migranten an Bord italienische Häfen anlaufen dürfen. Das deutsche Schiff „Alan Kurdi“ habe nach sechstägiger Seeblockade am Mittwoch mit 61 Migranten im sizilianischen Messina angelegt, teilte die Hilfsorganisation Sea-Eye mit. Die Lage an Bord war wegen schlechten Wetters kritisch geworden. In Pozzallo gingen 60 Gerettete von Bord der „Ocean Viking“. Das Schiff wird von den Organisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee betrieben. Einige Länder, unter ihnen Frankreich und Deutschland, sollen sich zur Aufnahme der Menschen bereit erklärt haben.

          Im Ringen um die Verteilung von Migranten auf europäische Staaten hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) im Spätsommer angekündigt, Deutschland könne jeden vierten in Italien ankommenden Bootsflüchtling aufnehmen. Im September hatte er sich mit seinen Kollegen aus Frankreich, Italien und Malta auf eine Grundsatzeinigung zur Seenotrettung im zentralen Mittelmeer verständigt. Migranten, die gerettet werden, sollten nicht mehr lange auf Rettungsschiffen festsitzen, weil Italien und Malta ihnen die Einfahrt in ihre Häfen verwehren. Stattdessen sollten sie in der Regel in Italien und Malta an Land gehen und innerhalb von vier Wochen auf teilnehmende Länder verteilt werden. Bislang gibt es jedoch keinen Mechanismus zur Verteilung.

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