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Untergang der „Estonia“ : Meyer Werft muss keinen Schadenersatz zahlen

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Im November 1994 wurde der Bug der Passagierfähre „Estonia“ vom Meeresgrund gehoben. (Archivbild) Bild: AP

Als die „Estonia“ vor rund 25 Jahren sank, war es die größte zivile Schiffskatastrophe seit dem Untergang der „Titanic“. Nun verlangten Hinterbliebene mehr als 40 Millionen Euro von der Werft.

          Rund 25 Jahre nach dem Untergang der Ostseefähre „Estonia“ hat ein französisches Gericht Entschädigungsansprüche von mehr als 1000 Überlebenden und Opferangehörigen zurückgewiesen. Die Kläger hätten kein grobes oder vorsätzliches Fehlverhalten der französischen Prüfungsstelle Bureau Veritas und der Papenburger Schiffsbauwerft nachweisen können, begründete das Gericht in Nanterre am Freitag seine Entscheidung.

          Das Schiff war Anfang der 1980er Jahre bei der Meyer Werft in Papenburg vom Stapel gelaufen, das Bureau Veritas hatte es als seetüchtig eingestuft. Die Kläger hatten gut 40 Millionen Euro Schadenersatz gefordert. Das Verfahren zog sich jahrelang durch die Instanzen.

          Der Untergang der „Estonia“ ist das größte Schiffsunglück der europäischen Nachkriegsgeschichte. Damals kamen 852 Menschen ums Leben. Die Ostseefähre mit 989 Menschen an Bord war in der Nacht zum 28. September 1994 bei der Überfahrt von Tallinn nach Stockholm in stürmischer See vor der Südküste Finnlands gesunken.  Eine  Untersuchung ergab Konstruktionsmängel an der Bugklappe, die bei dem Unglück abriss. Die Meyer Werft und die Schiffsprüfer hatten eine Verantwortung bestritten.Die Schuldfrage für das Unglück ist nie endgültig geklärt worden.

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