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Mexiko : Schweres Erdbeben der Stärke 7,2

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Die Erdstöße hinterließen deutliche Spuren an vielen Gebäude, hier in der Stadt Mexicali im Nordwesten Mexikos Bild: dpa

Bei einem schweren Erdbeben im Nordwesten von Mexiko sind am Sonntag mindestens zwei Menschen getötet und rund hundert weitere verletzt worden. Das Erdbeben war bis nach Kalifornien und Arizona zu spüren.

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          Als am Sonntagnachmittag (Ortszeit) überall in Südkalifornien, in großen Teilen Arizonas und im mexikanischen Bundesstaat Baja California der Untergrund bebte und zahlreiche Häuser wie Schiffe in der Meeresdünung schwankten, glaubten viele Einwohner, nun habe „the Big One“ endlich zugeschlagen. Mitten am Ostersonntag sei die Zeit reif für das große, schwere Erdbeben, das schon seit Jahren entlang der San Andreas Verwerfung an der amerikanischen Westküste erwartet wird.

          Gewiss richtete der Erdstoß der Magnitude 7,2 in der Herdregion südlich der mexikanischen Grenzstadt Mexicali signifikante Schäden an und mindestens eine Person kam ums Leben. Aber die schweren Verwüstungen und Zerstörungen, die man beim „Big One“ erwartet hätte, gab es nicht. Das schwerste Beben im Großraum Los Angeles seit beinahe 20 Jahren Erdbeben ereignete sich nämlich nicht an der San Andreas Verwerfung. Vielmehr lag der Herd des Bebens, das nach Meinung von Seismologen an der Technischen Hochschule Kaliforniens in Pasadena von mindestens 20 Millionen Menschen gespürt wurde, viel weiter südlich im Einflussbereich der tektonischen Kräfte, die schon seit Jahrmillionen den Golf von Kalifornien auseinanderzerren.

          In Mexicali, der vom Erdbeben am schwersten betroffenen Stadt, ist eine Straße eingebrochen
          In Mexicali, der vom Erdbeben am schwersten betroffenen Stadt, ist eine Straße eingebrochen : Bild: dpa

          Wer einen Blick auf eine Landkarte des nordwestlichen Mexikos wirft, dem wird die mehr als tausend Kilometer lange und gleichzeitig nur wenige Dutzend Kilometer breite Halbinsel Baja California auffallen. Wie ein Wurmfortsatz hängt sie an Kalifornien, während ein breiter, ebenfalls langgestreckter Meeresarm sie vom mexikanischen Festland trennt. Geologen sind von „Baja“ fasziniert, denn diese Halbinsel ist in ständiger Bewegung in Richtung Westen. Die Ursache dafür, dass sich Baja California allmählich vom mexikanischen Festland entfernt, liegt tief unter dem Meeresgrund des Golfes von Kalifornien. Unter diesem Meeresarm befindet sich nämlich die Grenze zweier Erdkrustenplatten, die auf dem zähflüssigen Gesteinsbrei des Erdinnern schwimmen. An dieser Plattengrenze stoßen die nordamerikanische und pazifische Platte aber nicht zusammen. Vielmehr liegt unter dem Golf von Kalifornien ein Spreizungszentrum, das die beiden Platten auseinanderdrückt. Die Halbinsel Baja California liegt auf der pazifischen Platte, die sich langsam von der nordamerikanischen Platte und dem daraufliegenden mexikanischen Festland entfernt.

          Diese Bewegung geschieht äußerst langsam und beträgt im Durchschnitt nur wenige Zentimeter im Jahr. Dennoch kann sie zu erheblichen mechanischen Spannungen im Gestein führen, die sich gelegentlich in Erdbeben entladen. Eine solche Entladung in der Erdkruste fand nun am Sonntag etwa 50 Kilometer südlich von Mexicali statt. Die Spreizungszone im Golf von Kalifornien hatte sich wieder ein wenig geöffnet und Baja California vom Festland abrücken lassen. Wenn diese Bewegung so weitergeht wie in den vergangenen Millionen Jahren, dann wird sich der Meeresarm des Golfes von Kalifornien langsam weiter nach Norden in Richtung Kalifornien vorarbeiten. Es werden zwar noch zehn Millionen Jahre vergehen, aber dann sind die Haine von Dattelpalmen entlang des Salton Sees im Meerwasser versunken und der jetzt noch in der Wüste gelegene Urlaubsort Palm Springs kann sich mit einer weiteren Touristenattraktion schmücken: Er wird nämlich direkt am Strand des Golfs von Kalifornien liegen - wenn die Ortschaft bis dahin nicht vom „Big One“ zerstört worden ist.

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