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Metropolregion von São Paulo : Großbrand zerstört Favela

  • -Aktualisiert am

Bild: reuters

Ein Großbrand hat eine Armensiedlung in Brasilien weitgehend zerstört. Um die Favela gab es gerichtliche Auseinandersetzungen: Das Gelände gehört einem Kosmetikkonzern, dessen Räumungsklage kürzlich stattgegeben worden war.

          Ein Großfeuer in Osasco im Nordwesten der Metropolenregion von São Paulo hat in der Nacht zum Mittwoch eine Armensiedlung fast vollständig zerstört. Das Feuer in der aus rund 500 Hütten und Baracken bestehenden Favela Esperança (Hoffnung) breitete sich so rasch aus, dass binnen einer halben Stunde schon fast die Hälfte der dicht bebauten Siedlung zerstört war. Die Feuerwehr konnte das Feuer in der schwer zugänglichen Favela mit etwa tausend Einwohnern erst nach Stunden unter Kontrolle bringen.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Offenbar konnten sich alle Bewohner der Favela vor den Flammen in Sicherheit bringen, es gab zunächst keine Bericht über Verletzte oder Vermisste. Eine Feuerwehrsprecherin sagte dem brasilianischen Fernsehsender SPTV, die Brandursache sei unklar. Sie äußerte aber die Vermutung, dass es wie häufig bei Bränden in Favelas zu einem Kurzschluss in den unsachgemäß verlegten Stromleitungen oder zu einem Unfall mit einer Gasflasche gekommen sein könnte.

          Gerichtliche Auseinandersetzungen um die Zukunft der Favela

          Örtliche Medien berichteten, dass es um die Zukunft der seit 2013 bestehenden Favela seit Jahren gerichtliche Auseinandersetzungen gegeben habe. Das rund 30000 Quadratmeter große Gelände der jetzt abgebrannten Favela gehört einem Kosmetikkonzern, dessen Räumungsklage Ende August stattgegeben worden war.

          In der vergangenen Woche hatte das Rathaus der Stadt mit rund 690000 Einwohnern nordwestlich von São Paulo den Gerichtsentscheid aber angefochten und das Interesse des Gemeinwohls gegen den Räumungsbeschluss reklamiert. Vor einer Räumung müsse erst angemessener Ersatzwohnraum für die einkommensschwachen Familien der Favela geschaffen werden, hatte das Rathaus argumentiert.

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