https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/mehrere-tote-nach-gletscherbruch-im-bergmassiv-marmolata-18147326.html

Suche am Boden unterbrochen : Mindestens sechs Menschen sterben bei Gletscherbruch in Norditalien

  • Aktualisiert am

Die Such- und Rettungskräfte mussten äußerst vorsichtig vorgehen, weil die Gefahr bestand, dass weitere Eis- und Felsstürze folgen könnten. (Symbolbild) Bild: dpa

In Italien sind nach einem massiven Gletscherbruch mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Acht weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Nach weiteren möglichen Opfern wird derzeit gesucht.

          1 Min.

          Bei einem massiven Gletscherbruch in Norditalien sind mindestens sechs Menschen getötet und acht weitere zum Teil schwer verletzt worden. Das gab die Rettungsleitstelle der Region Venetien nach dem Unglück am Sonntag bekannt. Nach weiteren Bergsteigern unter den Eis-, Schnee- und Felsmassen wurde am Nachmittag unter anderem mit fünf Helikoptern und mehreren Hundestaffeln gesucht. Über die Nationalität der Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Zunächst war die Rede von fünf Todesopfern.

          Am Bergmassiv Marmolata hatte sich ein großer Gletscherbrocken gelöst und war zu Tal gestürzt. Dabei wurde auch der normale Aufstiegsweg auf den 3343 Meter hohen Berg getroffen, auf dem sich gerade mehrere Seilschaften befanden; zwei davon wurden getroffen.

          Einen Schwerverletzten flogen die Retter in ein Krankenhaus von Treviso. Zwei weitere Verletzte kamen in das Krankenhaus Belluno, fünf nach Trient. 18 Menschen befanden sich den Angaben zufolge oberhalb der abgebrochenen Stelle und warteten auf ihre Rettung.

          „Wir haben ein lautes Geräusch gehört, typisch für einen Bergsturz“, sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Ansa. „Danach sahen wir eine Lawine von Schnee und Eis in hoher Geschwindigkeit in Richtung Tal stürzen und wir wussten, dass etwas Schlimmes passiert ist.“

          Wegen der Gefahr von neuen Gletscherstürzen ist die Suche nach weiteren Opfern am Boden vorerst unterbrochen worden. Wie die Einsatzkräfte am Abend mitteilten, wurden die Bergretter von der Flanke des Berges abgezogen. Zunächst müsse geklärt werden, wie sicher die Lage für die Helfer sei. Die Helikopter flogen weiter und brachten daneben auch jene Leute, die oberhalb der Unglücksstelle festsaßen, in das Tal. Dort wurde zudem anhand der Autos auf den Parkplätzen überprüft, wer sich noch unter der Lawine befinden könnte.

          Carlo Budel, der Hüttenwirt der Schutzhütte Capanna Punta Penia, schreibt in einen Instagram-Post: „Der Marmolada-Aufstieg ist von allen Seiten gesperrt, heute ist ein wirklich trauriger Tag, bleiben Sie dem Gletscher fern...🙏🙏🙏“

          Topmeldungen

          Donald Trump – hier unter der Woche vor dem Trump Tower in New York – hat die Opferrolle einstudiert.

          Geheime Dokumente : Trump steht nicht über dem Gesetz

          74 Millionen Amerikaner hielten Trump 2020 die Treue. Bidens Staatsanwälte werden die wenigsten von ihnen umstimmen – im Gegenteil. Doch darauf darf die Justiz keine Rücksicht nehmen.
          Selbstironie, noch in der schlimmsten Lage: Salman Rushdie

          Attentat auf Salman Rushdie : Fatwa, unfassbar

          Salman Rushdie hatte nach dem Mordaufruf gegen ihn jahrzehntelang versucht, dem Fatalismus zu entrinnen und Freiheit zurückzugewinnen – in der Fiktion und im Leben. Das Attentat auf ihn zeigt die Grausamkeit der Realität.
          Männertrio: Habeck, Scholz und Lindner (v.l.n.r.) im Mai in Meseberg.

          Koalition in Krisenzeiten : Die Fortschritte der Ampel

          Trotz Krieg und Krise hält Kanzler Scholz an seinem Optimismus fest. Aber Fortschritte im Kleinen sind etwas ganz anderes als Fortschritt im Ganzen.
          Schwaches Bild von sich selbst: Wer unter dem Impostor-Syndrom leidet, traut seiner eigenen Berufsbiographie nicht über den Weg.

          Impostor-Syndrom : Wenn man sich niemals gut genug fühlt

          Ein geringes Selbstwertgefühl kann im Beruf dazu führen, dass Hochqualifizierte denken, ihre Stellung gar nicht verdient zu haben. Das Phänomen hat einen Namen: Impostor-Syndrom. Doch was können Betroffene dagegen unternehmen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.