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Schwere Zerstörung nach Ian : „Fort Myers Beach existiert nicht mehr“

Fort Myers Beach: Häuser sind durch den Hurrikan Ian der Kategorie 4 massiv zerstört worden. Bild: dpa

Nach Hurrikan Ian steigt die Zahl der Todesopfer in Florida weiter. Immer noch sind mehr als eine halbe Million Haushalte ohne Strom. Und die Frage wird laut: Genügen die aktuellen Bauvorschriften?

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          Nach dem Hurrikan Ian ist die Zahl der Todesopfer in Florida und North Carolina auf mindestens 62 gestiegen; die Behörden in Florida sprachen am Sonntag von 58, der Gouverneur von North Carolina, Roy Cooper, von vier Toten infolge des Sturms. Allein in Lee County in Florida, wo der Hurrikan mit der Stärke vier am vergangenen Mittwoch auf das Festland getroffen war, gab es laut Polizei 42 Tote. Präsident Joe Biden wollte am Montag zunächst nach Puerto Rico reisen, wo der Hurrikan Monica am 16. September schwere Zerstörung hinterlassen hatte, und am Mittwoch die Schäden in Florida persönlich in Augenschein nehmen.

          Sofia Dreisbach
          Politische Korrespondentin für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          „Dieser Sturm hatte schwere Auswirkungen auf ganz Florida“, sagte Gouverneur Ron DeSantis in seiner jüngsten Stellungnahme am Sonntag in North Port. Nach weitreichenden Stromausfällen unmittelbar nach dem Hurrikan sei die Stromversorgung jedoch zu weiten Teilen wiederhergestellt. Nach Angaben der Behörden waren am Sonntag noch mehr als 620.000 Haushalte in dem Bundesstaat ohne Strom.

          Wurden Evakuierungen zu spät angeordnet?

          Der republikanische Senator Marco Rubio aus Florida sagte am Sonntag im Sender ABC, die Schäden seien schwerer als alles, was der Bundesstaat in seiner Erinnerung bisher erlebt habe. „Fort Myers Beach existiert nicht mehr. Es muss wieder aufgebaut werden.“ Damit sei ein Stück Florida verloren gegangen, das sich nicht zurückholen lasse. Die Stadt auf Estero Island, einer Insel vor der Südwestküste Floridas, war durch Ian weitgehend unbewohnbar geworden. Auch Präsident Biden äußerte am Wochenende, die Zerstörungen durch Hurrikan Ian seien „wahrscheinlich unter den schlimmsten in der Geschichte des Landes“.

          Bevor der Sturm sich abgeschwächt hatte, war Ian am Freitag noch mit einer Hurrikanstärke der Stufe eins von fünf auf die Küste von South Carolina getroffen; wegen Ausläufern des Sturms gab es am Wochenende bis an die Ostküste heftige Regenfälle. In Teilen von Lee County, der am schlimmsten getroffenen Region, wurden Gebäude dem Erdboden gleichgemacht, Straßen überflutet und ganze Stadtteile vom Wasser weggespült. Dort gibt es nun eine Debatte darüber, ob die Evakuierungen zu spät angeordnet wurden. Das war erst am Dienstag geschehen, weniger als 24 Stunden bevor der Hurrikan auf die Küste traf. Gouverneur DeSantis sagte am Wochenende, die Behörden hätten sich nichts zuschulden kommen lassen. Weil der Hurrikan seine Route geändert hatte, war erst kurz zuvor bekannt geworden, dass er eher die Stadt Fort Myers als Tampa treffen werde.

          Nach dem Hurrikan wird auch über eventuell ungenügende Baustandards diskutiert. Der republikanische Senator Rick Scott aus Florida verlangte im Sender CBS am Sonntag verbesserte Bauvorschriften. Der Bürgermeister der schwer getroffenen Stadt Fort Myers, Kevin Anderson, widersprach: Die Vorschriften genügten. Die neu gebauten Häuser hätten dem Sturm getrotzt, und nur ältere Häuser hätten großen Schaden erlitten.

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