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Himalaja-Region : Mehr als 1800 Tote nach Erdbeben in Nepal

  • Aktualisiert am

Bis zu den Schultern in den Trümmern: Ein Verschütteter in Kathmandu Bild: dpa

90 Sekunden lang bebte die Erde im Himalaja. In Nepal stürzten zahlreiche Häuser ein, auch in Indien und Bangladesch war das gewaltige Zittern zu spüren. Die Zahl der Opfer steigt stetig.

          Ein gewaltiges Erdbeben der Stärke 7,8 hat den Himalaja erschüttert und in mehreren Ländern über 1800 Menschen getötet. Besonders schlimm traf die Katastrophe Nepal. Dort sind nach offiziellen Angaben mindestens 1805 Menschen gestorben. Die endgültige Zahl der Toten könnte um ein Vielfaches höher liegen. Auch die Zahl der Verletzten ging in die Tausende.

          Auch Bergsteiger auf dem Mount Everest wurden von dem Beben überrascht, das eine Lawine auslöste. Sie habe das Basislager teilweise unter sich begraben, in dem sich etwa tausend Menschen aufhielten, hieß es. 13 Menschen sollen ums Leben gekommen sein. Der Rumäne Alex Gavan berichtete per Twitter, seine Gruppe sei nach Lawinenabgängen eingeschlossen und das Basislager schwer beschädigt worden. Auf dem höchsten Berg der Erde befänden sich „viele, viele“ Menschen, erklärte er weiter. „Bitte betet für alle.“

          Das Beben der Stärke 7,8 hatte den Himalaja-Staat und Teile Indiens zur Mittagszeit erschüttert. Nach Angaben der amerikanischen Erdbebenwarte USGS lag das Epizentrum rund 80 Kilometer nordwestlich von Kathmandu. Die Bewohner der nepalesischen Hauptstadt stürzten ins Freie, während Häuser einbrachen. Die Erdstöße dauerten zwischen einer halben und zwei Minuten.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Nepal nach dem  Erdbeben deutsche Hilfe zugesagt. Merkel sprach Premierminister Sushil Koirala ihr Mitgefühl aus, wie die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz in Berlin mitteilte. Sie sei bestürzt über das Ausmaß der Naturkatastrophe und die hohe Zahl der Opfer, erklärte die Kanzlerin. Die Bundesregierung stehe bereit, nach Kräften zu helfen. In diesen schweren Stunden seien ihre Gedanken bei den vielen Verletzten und den Angehörigen der Opfer. Zuvor hatte bereits Bundespräsident Joachim Gauck seinem nepalesischen Amtskollegen seine Anteilnahme ausgesprochen.

          Auch historische Gebäude schwer beschädigt

          Auch der emblematische Dharhara-Turm in der Altstadt stürzte ein. Ein Mann, der beim Einsturz des neunstöckigen Turms verschüttet wurde, sagte im Krankenbett, er habe unter dem Schutt kaum atmen können, dann hätten ihn Retter geborgen. Auch andere historische Gebäude wurden schwer beschädigt.

          Der internationale Flughafen von Kathmandu wurde wegen Schäden vorübergehend geschlossen. Die niederländische Diplomatin Kari Cuelenaere sagte, sie hätten in Kathmandu mit Kindern gerade den niederländischen Nationalfeiertag am Schwimmbecken eines Hotels gefeiert, als das Wasser plötzlich herausschwappte. „Es war furchtbar, plötzlich kam das ganze Wasser aus dem Pool. Die Kinder schrien.“

          Auch in Neu Delhi bebte die Erde, das gewaltige Zittern war auch in Bangladesch, Pakistan und im chinesischen Tibet zu spüren. Indiens Behörde für Meteorologie teilte mit, das Beben sei besonders in den nördlichen Bundesstaaten Uttar Pradesh, Bihar, Sikkim und West Bengal zu spüren gewesen. Demnach wurde rund 20 Minuten nach dem ersten Beben ein zweiter Erdstoß der Stärke 6,6 registriert. In Nordindien wurden insgesamt 26 Tote gemeldet, darunter 17 in Bihar. Zwei weitere Tote gab es laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua in Tibet.

          Hilfsorganisationen im Einsatz

          Hilfsorganisationen wie die Welthungerhilfe, Care und Humedica schickten ihre Hilfskräfte in das Katastropengebiet.

          „Wir unterstützen die Region sofort mit unserem Nothilfeteam, um direkt Hilfe für die betroffenen Menschen leisten zu können. Viele Häuser sind eingestürzt, meterlange Risse in den Straßen, wie die Kollegen vor Ort berichten, starke Nachbeben sind spürbar“, sagt Mathias Mogge, Vorstand Programme Welthungerhilfe. „Zu unseren Kollegen besteht Kontakt, sie sind bereits auf Erkundung, um das Ausmaß der Katastrophe abzuschätzen.“

          Die Welthungerhilfe ist seit 1972 in den ländlichen Regionen von Nepal tätig. Viele Projekte zur Wasser- und Ernährungssicherung des Landes werden mit der größten lokalen Nichtregierungsorganisation RRN umgesetzt.

          Nepals einziger internationaler Flughafen in Kathmandu wurde geschlossen. Alle Flüge würden ins indische Neu Delhi umgeleitet, sagte ein Polizist am Samstag vor Ort. Derzeit ist die Hauptsaison für Bergsteiger, die auf die höchsten Berge der Welt klettern.

          Nepal hat 28 Millionen Einwohner und ist etwa doppelt so groß wie Bayern.

          Freiwillige suchen nach dem Beben in Kathmandu nach Überlebenden in den Trümmern. Bilderstrecke

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