https://www.faz.net/-gum-89mlg

Massenpanik : 27 Tote bei Brand in Bukarester Nachtclub

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Bei einem Feuer während eines Konzerts sind 27 Menschen getötet und mehr als 160 verletzt worden. Flammen und eine Explosion lösten eine Massenpanik aus.

          Bei einem Brand in einem Nachtclub in der rumänischen Hauptstadt Bukarest sind am späten Freitagabend 27 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 160 Menschen wurden nach offiziellen Angaben verletzt, 25 von ihnen kämpften um ihr Leben. In dem Club fand ein Rockkonzert statt, bei dem Augenzeugen zufolge auch Feuerwerkskörper abgebrannt wurden.

          Ein Stützpfeiler und die Decke des Clubs seien durch den Kontakt mit den Feuerwerkskörpern in Flammen aufgegangen, danach habe es eine Explosion gegeben, berichteten sie. In Sekundenschnelle soll sich der Club mit Rauch gefüllt haben. Als die rund 400 Besucher versucht hätten, sich aus dem im Keller einer ehemaligen Fabrik gelegenen Club in Sicherheit zu bringen, sei es zu einer Massenpanik gekommen.

          Rettungskräfte vor dem Lokal kümmern sich um die Verletzten. Bilderstrecke

          „Die Menschen kamen nicht raus“

          Innenstaatssekretär Raed Arafat sagte, viele der Verletzten seien mit Brandverletzungen oder Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus gebracht worden. Einige hätten bei dem Gedränge auch Quetschungen erlitten. Innenminister Gabriel Oprea, der zu dem Nachtclub „Colectiv“ im Zentrum von Bukarest geeilt war, sagte, es seien Ermittlungen aufgenommen worden. Präsident Klaus Iohannis erklärte, die Rettungsdienste unternähmen alles, um die Auswirkungen der Katastrophe zu begrenzen. Für Samstag wurde eine Sondersitzung des Kabinetts einberufen.

          Zur Zeit des Unglücks gegen 23.00 Uhr trat die Metalcore-Band „Goodby to Gravity“ vor etwa 200 Menschen auf. Der Sänger und Bassist soll unter den Schwerverletzten sein. „Die Menschen kippten um, sie kippten um wegen des Rauchs“, sagte der Überlebende Victor Ionescu dem Fernsehsender Antena 3. „Das Feuer breitete sich in Sekunden aus. Die Menschen kamen nicht raus, weil nur ein Ausgang geöffnet war“, sagte Alain Panduru dem Nachrichtenportal Hotnews. „Es kam sofort zur Panik.“ Andere Onlineportale berichteten, ein zweiter Ausgang sei verschlossen gewesen. Die Identifizierung der Toten gestaltet sich schwierig, weil nur wenige Besucher Ausweise bei sich trugen.

          Erst zehn Tage vor dem Unglück hatte die Polizei das Lokal kontrolliert und einen Mangel an qualifiziertem Personal beanstandet. Dafür sei eine Geldbuße verhängt worden, teilten die Behörden mit.

          Topmeldungen

          Unser Sprinter-Autor: Bastian Benrath

          F.A.Z.-Sprinter : Dunkle Wolken am Sommerhimmel

          In Sachsen beginnt der Prozess im Mordfall Daniel H., und in Paris möchte Boris Johnson weiter Zugeständnisse beim Brexit-Abkommen erwirken. Wie sie dennoch zu einem lockeren Sommertag kommen, steht im F.A.Z.-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.