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Mannheim : Drei kleine Kinder sterben bei Wohnungsbrand

„Nicht gerade ein Schwerpunkt der Armutseinwanderung“: Das Haus in einem Innenstadtviertel von Mannheim. Bild: dpa

Drei Kinder einer Einwandererfamilie sind bei einem Brand in Mannheim ums Leben gekommen. Die Mutter entkam den Flammen. Brandstiftung schließt die Polizei allerdings aus.

          Bei einem Wohnungsbrand in Mannheim sind in der Nacht zum Donnerstag drei Kinder ums Leben gekommen. Sie stammen aus einer bulgarischen Einwandererfamilie, die vor sieben Monaten nach Deutschland gekommen war. „Der Brand wurde um 1.56 Uhr gemeldet, um 2.01 Uhr war die Feuerwehr vor Ort“, sagte ein Sprecher der Mannheimer Polizei. Für die Kinder im Alter von zwei, drei und sieben Jahren kam jede Hilfe zu spät – Wiederbelebungsversuche der Notfallmediziner blieben erfolglos. Die Todesursache ist bei allen drei Opfern eine Rauchgasvergiftung; die Leichname wurden zur Obduktion in die Gerichtsmedizin des Heidelberger Universitätsklinikums gebracht.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Mannheim verzeichnet seit fünf Jahren einen zunehmenden Zuzug von Einwanderern aus den EU-Mitgliedstaaten Bulgarien und Rumänien. Kommunalpolitiker hatten immer wieder auf deren schwierige Wohnverhältnisse hingewiesen und versucht, Missstände in „Problemimmobilien“ zu verbessern.

          Das Haus galt als gefährdetes Objekt

          Das Mietshaus befindet sich in der Innenstadt und nicht in den Problem-Stadtbezirken Neckarstadt West oder Jungbusch, wo die Lebensverhältnisse vieler Einwanderer aus Bulgarien und Rumänien prekär sind. Die Stadtverwaltung wusste seit längerem, dass in dem Mehrfamilienhaus im Quadrat U5 in der Nähe des Neckar-Centers viele eingewanderte Großfamilien wohnten. Weil das Haus als besonders gefährdetes Objekt galt, war für den Brandfall der Einsatz von zwei Löschzügen vorgesehen. Die letzte Begehung des Hauses fand im November statt. Dabei wurde der Zustand der elektrischen Leitungen beanstandet. Bei einer Kontrolle Anfang des Jahres seien diese größtenteils behoben gewesen, teilte ein Sprecher der Stadt Mannheim mit.

          Die 22 Jahre alte Mutter, die offenbar von ihrem Mann getrennt lebte, wurde unter Schock ins Krankenhaus gebracht. Die Frau hat keine weiteren Kinder. Die Wohnung befand sich im dritten Obergeschoss des Hinterhauses und soll 50 Quadratmeter groß sein.

          Viele Armutseinwanderer sind nur auf Matratzen in Mehrbettzimmern untergebracht; mit Blick auf diese Familie spricht die Polizei von einer „normalen Wohnungssituation“. „Wir ermitteln in Richtung eines technischen Defekts. Eine vorsätzliche Brandstiftung können wir ausschließen“, sagte der Polizeisprecher. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist der Brand in der Wohnung ausgebrochen, vermutlich in der Küche.

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