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Funkverkehr von MH370 : „Good Night, Malaysia Three Seven Zero“

Ausschau halten nach den Trümmern der vermissten Boeing Bild: REUTERS

Die letzten Worte aus dem Cockpit schienen eine der wenigen gesicherten Erkenntnisse in dem Fall von Flug MH370. Doch nun muss Malaysia selbst diese korrigieren.

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          Dass die letzten aus dem Cockpit des abgestürzten malaysischen Passagierflugzeugs empfangenen Worte „All right, good night“ („Alles klar, gute Nacht“) lauteten, schien eine der wenigen gesicherten Erkenntnisse in dem mysteriösen Fall zu sein. Aber jetzt musste das malaysischen Verkehrsministerium auch diese Angabe korrigieren. Der letzte Funkspruch – als Flug MH370 vom malaysischen in den vietnamesischen Luftraum wechselte – lautete demnach „Good Night, Malaysia Three Seven Zero“ („Gute Nacht Malaysia 370“).

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Weil die Polizei eine Flugzeugentführung nicht ausschließt, könnte das bedeutsam werden. Bislang weiß niemand, wer die Worte gesprochen hat und ob womöglich jemand dazu gezwungen wurde. Der neue Funkspruch entspreche mehr der üblichen Routine als der kolportierte alte, sagen Fachleute jetzt, was darauf hinweisen könnte, dass am 8. März um 01.19 Uhr und 29 Sekunden malaysischer Zeit an Bord noch alles in Ordnung war. Keinerlei Auffälligkeiten zeigt auch das Protokoll des Funkverkehrs mit der malaysischen Luftüberwachung, das am Dienstag veröffentlicht wurde.

          Das Protokoll beginnt um 0.25 Uhr und 53 Sekunden mit dem Spruch „Delivery MAS 370 Good Morning“ (MAS ist die Abkürzung für Malaysia Airlines), dann folgen etwa zwei Dutzend normaler Funksprüche bis zur Erlaubnis zum Abflug um 0:40 Uhr und 38 Sekunden Ortszeit. Dann folgt noch einmal ein Dutzend ebenfalls nicht auffälliger Funksprüche, bis die Luftsicherheit Kuala Lumpur die Übergabe an die vietnamesische Kontrolle einleitet. „Malaysian Three Seven Zero Contact Ho Chi Minh 120 decimal 9 Good Night“, heißt es um 01:19 Uhr und 24 Sekunden, als Malaysia zum letzten Mal erfolgreich Funkkontakt zu dem Flugzeug aufnimmt. Darauf folgt die nun korrigierte Verabschiedung aus dem Cockpit. Bislang wurde die Antwort dem Kopiloten zugeordnet, aber auch das ist jetzt nicht mehr sicher.

          Schlechte Sicht erschwert die Suche

          Der deutsche Luftfahrtfachmann Cord Schellenberg bestätigte gegenüber der F.A.Z., dass an dem Funkverkehr nichts außergewöhnlich sei: „Das Protokoll gibt einen Routine-Ablauf zwischen Piloten und Flugsicherung wieder. Kurz und klar, so wie es sein soll.“ Auch die malaysischen Behörden teilten mit, dass sich nichts Ungewöhnliches erkennen lasse. Warum sie sich dann so viel Zeit ließen, bis sie die falschen Angaben korrigierten, ist nicht auszumachen. Vor allem die Angehörigen der 153 chinesischen Staatsbürger an Bord haben die Informationspolitik Malaysias wiederholt kritisiert.

          Die Behörden vermuten noch immer, dass das Flugzeug mit Absicht von seinem Kurs von Kuala Lumpur nach Peking abgebracht wurde. Worauf sie das stützen, teilen sie aber mit Hinweis auf „laufende Ermittlungen“ nicht mit. Viel Fragen ließen sich erst beantworten, wenn das Wrack im Indischen Ozean gefunden werde.

          Am Dienstag sollten bei der Suche zehn Flugzeuge und neun Schiffe im Einsatz sein. Wegen schlechter Sicht konnten sie aber nur einen Teil des insgesamt 120.000 Quadratkilometer großen Suchgebietes abfliegen. Malaysias Ministerpräsident Najib Razak will sich am Mittwoch im westaustralischen Perth ein Bild von der Suche machen.

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